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Gärtnern mit Kindern Erdbeeren pflanzen
DIY Garten

Gärtnern mit Kindern | Ein Naschbeet für Kinder anlegen

Werbung | in Kooperation mit toom

Gärtnern mit Kindern bedeutet für mich noch viel mehr als Saatbänder selber zu machen, Samenbomben zu rollen oder ein Insektenhotel aufzuhängen, da ich mir auch für meine Kinder wünsche, dass sie sich im Garten als aktive Gestalter erfahren, deren Handeln einen Einfluss auf die Umwelt hat. Wenn wir es als Eltern schaffen, den eigenen Perfektionismus hinten anzustellen, kann es riesigen Spaß machen, Kinder bei der Beetplanung zu beobachten (und ggf. fachlich zu beraten). Mit etwas Glück kann man dabei noch was über sich und das Erwachsensein lernen…

Die kleinsten Gärtner/innen

Umso jünger Eure Kinder noch sind, desto natürlicher werden sie ins Gärtnern hineinwachsen, da sie vor allem durch Nachahmung lernen. Da mit Kindern vieles länger dauert, kann es zwar anfangs schwieriger sein, größere eigene Garten-Projekte umzusetzen, es zahlt sich aber langfristig aus. Solange Eure Kinder klein sind, ist es eigentlich nur wichtig, potenzielle Unfälle zu vermeiden. Daher scharfe Werkzeuge oder giftige Substanzen immer außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren, Teiche evtl. einzäunen und Giftpflanzen wie Fingerhut oder Maiglöckchen ggf. in eine Ecke umzusiedeln, in der sich Kinder nicht (alleine) aufhalten. Kinder im Kita-Alter können noch kein Beet alleine planen und pflegen, Ihr könnt aber ihre Pflanzenwünsche berücksichtigen und sie bei Tätigkeiten, die ihnen Spaß machen (wie z.B. Gießen und Ernten) einbinden. 

Ein Kinderbeet anlegen

Ab dem Vorschul- bzw. Grundschulalter macht es vielen Kindern Spaß, selbst Verantwortung zu übernehmen und eigene Pflanzen zu pflegen. Richtet dazu gemeinsam eine kleine Fläche für sie her. Am Anfang tut es schon eine Holzkiste mit etwas Erde, bei erfahreneren Gärtner*innen könnt Ihr auch ein ganzes Beet gestalten. Wir haben letztes Wochenende einen Quadratmeter, unterteilt in 9 Felder, nach der Idee des Squarefoot-Gardening – bei der man die Beetfläche nicht in Reihen, sondern in Quadrate einteilt – gemeinsam vorbereit und bepflanzt. Diese Aufteilung kann praktisch sein, wenn man auf kleinem Raum eine große Vielfalt und Arten mit ganz unterschiedlichem Platzbedarf pflanzen möchte. So ist man nicht daran gebunden, immer eine ganz Reihe mit einer Sorte zu bepflanzen.

Gärtnern mit Kindern

Wie fängt man am besten an?

Fragt Eure Kinder, welche Beeren-, Kräuter und Gemüsesorten sie besonders mögen und schreibt einen Wunschzettel. Natürlich könnt Ihr auch ein Blumenbeet pflanzen, allerdings motivieren essbare Pflanzen Kinder besonders, sich gut um sie zu kümmern. Sobald die Wünsche notiert sind, könnt Ihr die Kinder beraten, was schnell wächst und pflegeleicht ist, was ausgesät wird oder als fertige Jungpflanze gekauft werden kann und solltet dann die Liste entsprechend strukturieren oder aussortieren. Ich würde Euch empfehlen, gerade im ersten Jahr zu versuchen, alles möglichst einfach und unkompliziert zu gestalten, denn wenn es klappt, steigt die Motivation, im Folgejahr auch arbeitsintensivere Kulturen zu pflegen. 

Wo bekommen wir Pflanzen her?

Ich habe mich sehr gefreut, dass mich toom eingeladen hat, mich mal in ihrem Sortiment umzusehen, um ein Motto-Beet zu pflanzen. Genau für Projekte wie unser Kinderbeet eignet sich nämlich das toom Bio-Sortiment ganz wunderbar. Da wir einen Markt in der Nähe haben (was eine große Relevanz für mich hat, da wir ja ohne Auto gärtnern), beobachte ich die Bio-Pflanzen, -Erden und -Dünger schon seit Längerem. Die Auswahl wurde in den letzten Jahren stetig erweitert, und von Erdbeeren über Kräuter und Salat, bis zu alten Gemüsesorten, ist für jeden Geschmack etwas dabei. Zusätzlich zu den Pflanzen gibt es verschiedene torffreie (!) Bio-Erden und Bio-Dünger, die neben den fairen Preisen und dem Bemühen um Nachhaltigkeit alle sehr ästhetisch verpackt sind – was für mich als Designerin irgendwie auch eine Rolle spielt. 

Viele meiner eignen Jungpflanzen ziehe ich selbst zuhause vor. Den Kindern wollte ich hier nicht “reinpfuschen”, sie aber beim ersten eigenen Beet auch noch nicht alleine auf die Anzucht mit ihren Tücken loslassen. Wir haben also eine Liste mit Lieblingspflanzen erstellt, ein paar Diven wie Schlangengurken (die zwar super schmecken, aber eher was für erfahrenere Gärtner sind) rausgestrichen und im Internet mit dem toom Bio-Sortiment abgeglichen. Ich habe mich dann – mit einer langen Liste – aufgemacht und die gewünschten Pflanzen, Erde und einen flüssigen Bio-Gemüsedünger im Pumspender besorgt. Am Nachmittag haben wir alles gemeinsam zum Garten gebracht, das Beet vorbereitet und bepflanzt.

Welche Pflanzen eignen sich für ein Kinderbeet?

Prinzipiell würde ich Euch empfehlen, im ersten Schritt nach persönlichem Geschmack auszusuchen. Wir haben uns z.B. für eine „Kollektion“ ganz unterschiedlicher Erdbeeren, ein paar Kräuter für Tees und “Infused Water” sowie kleine Tomaten, Erbsen, Minigurken, Physalis und gelbe Paprika entschieden. Neben dem Geschmack solltet Ihr auch den Pflegeaufwand und die Anfälligkeit für Schädlinge berücksichtigen. Möhren sind z.B. bei meinen Kindern sehr beliebt, sie brauchen nur recht lange um zu wachsen und sind sehr empfindlich was Trockenheit angeht. Wir haben sie daher bei uns weggelassen, Ihr könnt es aber natürlich trotzdem versuchen. Hier noch einige Ideen zu unkomplizierten Sorten:

Pflegeleichtes zum Pflanzen

  • Cocktailtomaten
  • (Snack)-Paprika
  • Kohlrabi
  • Minigurken
  • Kartoffeln
  • Physalis
  • Erdbeeren
  • Schnittlauch
  • Petersilie
  • Basilikum
  • Zitronenverbene
  • Minzen

Pflegeleichtes zum Aussäen 

  • Erbsen (kann man auch gut zuhause vorziehen)
  • Pflücksalat
  • Radieschen (Wurzelgemüse immer direkt ins Beet säen)
  • Sonnenblumen
  • Ringelblumen

Guter Boden für starke Pflanzen

Bei Hochbeet Erde torffrei

Um den Pflanzen ideale Startbedingungen zu geben, haben wir ein über den Winter leerstehendes, aber mit Laub abgedecktes Rahmenbeet mit zwei Säcken Bio-Hochbeet-Erde aufgefüllt. Diese haben wir im zweiten Schritt vorsichtig mit der bestehenden Erde vermischt. Achtet dabei darauf, möglichst nicht zu tief umzugraben, da dies die Bodenlebewesen stören könnte.

Kinderbeet bewässern

Kinder Garten gießen

Ein weiter wichtiger Faktor für gesundes Wachstum ist regelmäßige Bewässerung. Falls Ihr den Garten direkt am Haus habt oder regelmäßig dort seid, könnt Ihr das Gießen zu einem Ritual machen, dass Ihr entweder morgens um eine bestimmte Uhrzeit oder nach der Ankunft im Garten einplant. Zeigt Euren Kids dafür einmal, wie man Pflanzen mit einem weichen Wasserstrahl oder der Gießkanne durchdringend bewässert und erklärt Ihnen, dass man eher im Wurzelbereich und möglichst wenig auf die Blätter gießen sollte (vor allem bei Tomaten). Wenn Ihr möchtet, könnt Ihr das bepflanzte Beet auch zusätzlich mulchen oder mit selbst gebastelten Ollas aus Blumentöpfen bestücken. Damit wird das Gießen noch einfacher und Ihr steigert die Erfolgschancen auf eine gute Ernte.

Was pflanzen wir wo?

Achtet bei der Verteilung der Pflanzen darauf, den sonnenhungrigen Exemplaren die Plätze mit dem meisten Licht zu geben und idealerweise darauf zu achten, dass sie sich gegenseitig nicht ungünstig verschatten. Infos zum Lichtbedarf der Pflanzenarten findet Ihr praktischerweise direkt auf den Etiketten des toom Bio-Sortiments – so müsst Ihr das nicht für jede Kultur selbst herausfinden. Darüber hinaus könnt Ihr auch für ein Kinderbeet die Regeln der Mischkultur anwenden: Während einige Pflanzen nebeneinander besser gedeihen, gibt es auch ungünstige Kombinationen (z.B. Erbsen und Bohnen), die man eher vermeiden sollte. Macht Euch aber damit nicht zu sehr verrückt. Bei einem bunten Square-Foot-Beet wird auch die eine oder andere Kombination eher „schlechter Nachbarn“ keine wesentliche Rolle spielen. 

Rankgerüst Kinderbeet

Rankgerüst bauen

Kletternde Arten wie Erbsen oder Mexikanische Mini-Gürkchen benötigen eine Rankhilfe. Die könnt Ihr aus einigen Bambusstangen und Schnur recht einfach selbst machen. Alles was ihr dafür braucht, gibt es auch bei toom in der Gartenabteilung. Für ein einfaches und schnelles Rankgerüst steckt Ihr drei lange Bambusstäbe ca. 30 cm tief in die Erde und spannt Schnüre, z.B. aus Hanf dazwischen. Wenn Ihr darauf achtet, dass sich zwischen den Schnüren und den Stangen jeweils einige Dreiecke ergeben, bekommt Ihr eine kraftschlüssige Verbindung mit guter statische Wirkung, die das Gerüst in sich recht stabil macht.

Squarefoot Garden Basics

Squarefoot-Garden

Das Beet wird mit Hilfe von Stöckchen oder kurzen Bambus-Stäben und etwas Schnur in neun Felder eingeteilt. Wir haben uns von den sehr langen Rankgerüst-Stangen einige Stücke mit der Gartenschere abgeschnitten, Ihr könnt aber auch Zweige aus dem Garten benutzen. In jedes Feld kommt dann eine Pflanzenart. Falls Ihr etwas aussät, nicht vergessen, eine Markierung mit Infos zur Sorte und dem Aussaatdatum anzubringen. Ich denke oft, dass ich mir merken kann, was ich wo ausgesät habe, vergesse es aber zuverlässig bis zum nächsten Gartenbesuch.

Wann pflanze ich was?

Gemüsebeet für Kinder
Pflanzen beschriften

Erdbeeren und die meisten Kräuter können schon ab Mitte März gepflanzt werden. Auch für die Aussaat von Pflücksalaten, Radieschen und Erbsen sind März und April die idealen Monate. Salat und Radieschen könnt Ihr auch später noch nachsäen – Erbsen wird es dann irgendwann zu warm.

Frostempfindliche Arten wie Tomate, Paprika, Gurke und Physalis, aber auch Sonnenblumen, und Basilikum dürft Ihr aber erst nach den Eisheiligen Ende Mai einpflanzen. Diese Jungpflanzen könnt Ihr – je nachdem, wie viel Platz Ihr zuhause habt – entweder gleich mitkaufen und bis dahin auf dem Fensterbrett weiterpflegen (dann regelmäßiges Gießen nicht vergessen, aber auch nicht zu viel Wasser geben) oder Euch Mitte Mai, kurz vor dem Termin zum Auspflanzen, besorgen. 

Wichtig: die Pflanzen vor dem ins Beet setzen für ca. eine Woche “abhärten” und dafür tagsüber einige Stunden auf Terrasse, Balkon oder das äußere Fensterbrett stellen (dann aber unbedingt auf eine geeignete Absturzsicherung achten).

Unser Naschbeet im Detail

Anbauplan Kinderbeet

Wir haben jetzt verschiedene Erdbeersorten und einige Kräuter (Verbene, Schnittlauch und Minze) eingepflanzt. Die Minze haben wir dabei in einem großen Plastik-Topf – den wir noch im Schuppen hatten – gesetzt, da sie dazu neigt, sich über Wurzelausläufer überall auszubreiten. Wäre bei leckerer Schokominze aber vielleicht auch garnicht so schlimm?

Ende Mai nach den Eisheiligen (und wirklich keinen Tag früher, da schon eine Frostnacht für Tomaten & Co. den Tod bedeuten kann), werden wir dann noch die frostempfindlichen Arten ins Beet setzen. Ihre Plätze haben wir schon festgelegt und in einem Foto festgehalten, damit wir uns – wenn es soweit ist – daran erinnern, was wo geplant ist. Bis dahin stehen die Jungpflanzen auf einem hellen Fensterbrett und die Kinder kümmern sich hoffentlich selbständig darum, dass sie nicht vertrocknen. Vielleicht werde ich sie auch gelegentlich daran erinnern…

Wie geht’s weiter?

Die Kinder werden nun in den nächsten Wochen ihr Beet pflegen und wir melden uns im Sommer mit einem Zwischenstand, wie es so gelaufen ist. Hoffentlich auch mit einem Erntebild der stolzen Gärtnerinnen!

Hier noch ein abschließender Tipp: 

Macht Euch beim Gärtnern mit Kindern immer klar, dass sie eine viel kürzere Aufmerksamkeitsspanne haben. Seid also nicht enttäuscht, wenn sie anfangs Feuer und Flamme sind, aber vielleicht schnell keine Lust mehr haben. Ein Naschbeet, bei dem es bald die ersten Sachen zu ernten gibt, kann jedenfalls eine gute Motivation sein, um Durchhaltevermögen zu entwickeln. 

Haben Eure Kinder denn Lust auf’s Gärtnern und habt Ihr es vielleicht schon mal ausprobiert? Dann schreibt mir gerne einen Kommentar – ich bin wirklich sehr gespannt, auf Eure Meinung und Erfahrungen. Meldet Euch natürlich auch gerne, falls Ihr noch Fragen habt oder etwas unklar geblieben ist.

Lust auf noch mehr tolle toom-Mottobeete?

Bei meiner Insta-Freundin Syl, gibt es jetzt Ideen für ein Beet für leckere Salat Bowls. Schaut, wenn Ihr schon da seid, unbedingt auch bei Syls tollen Rezepten vorbei!

Dieser Beitrag ist entstanden in Zusammenarbeit mit toom.
Auf die inhaltliche Gestaltung oder meine Meinung hat das keinen Einfluss.

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3 Kommentare

  • Antworten
    Kim
    7. Mai 2020 at 16:00

    Meine Tochter ist 5 1/2 und hat dieses Jahr ihr erstes Beet angelegt. Wir haben einen Paletten Rahmen befüllt und sie durfte Pflanzen, was sie gerne wollte, ungeachtet der Mischkulturen. Salat, Erbsen, Möhren, Erdbeeren, Sonnenblumen, Ringelblumen. Gurke und Paprika kommen nächste Woche nach den Eisheiligen dazu. Noch gießt sie fleißig und schaut ständig nach wie es ihren Schützlingen geht…
    Mein Sohn ist 4. Er hat keinerlei Interesse und wartet lieber auf die Ernte. 🙂

  • Antworten
    Stephie
    19. Mai 2020 at 3:42

    Was sind das für Ollas im Kinderbeet? Sehen anders aus als die vom diy. Tolle Ideen im Blog!

  • Antworten
    Alessia
    23. Juli 2020 at 17:54

    Ich wünschte, meine Eltern hätten mich auch so ans Gärtnern herangeführt…viele schöne Tipps und Hinweise, die darauf warten, umgesetzt zu werden 🙂

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