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Anleitung, wie man Saatbänder aus Möhrensamen oder anderem feinen Saatgut selber machen kann.
Garten

Saatbänder selber machen

Jedes Jahr nehme ich mir vor, meine Möhrensamen diesmal ganz ordentlich zu säen und schon bei der Aussaat auf einen ausreichenden Pflanzabstand zu achten. Und wenn es soweit ist, erwische ich mich doch wieder dabei, wie ich nach wenigen Zentimetern vor lauter Ungeduld die mini-kleinen Samen großzügig in der Saatfurche verteile. Als Konsequenz entstehen natürlich viel zu viele Jungpflanzen, die sich gegenseitig im Platz behindern und daher mühevoll wieder ausgedünnt werden müssen. Eine Zeit- und vor allem Samenverschwendung, bei der ich jedes Mal eine ganz schlechtes Gewissen bekomme.

Kürzlich habe hab ich mir eine besondere, dicke und dunkelfleischige Möhrensorte bestellt, die ich, sobald der Frost etwas nachlässt, zusammen mit den dicken Bohnen als erste Kultur der Saison 2018 ins Hochbeet säen möchte. Leider sind nur 50 Samen im Tütchen. Also nicht genug, um diese verschwenderisch im Beet zu verteilen und dann kurze Zeit später wieder rauszureißen. Noch dazu habe ich neulich im Buch von Alys Fowler gelesen, dass beim Ausdünnen auch noch die Möhrenfliege durch den Geruch der Pflanzen angelockt wird. Daher soll dieses Jahr Schluss sein mit der Samenverschwendung.

Zu diesem Zweck haben wir heute Saatbänder selber gemacht. Es geht ganz schnell und hat den Vorteil, dass man es auch im Februar (wenn man sich über jede gärtnerische Aktivität freut), gemütlich zuhause erledigen kann. Den Kindern hat es auch großen Spaß gemacht und sie haben sich gewünscht, dass wir das bei der Garten AG nochmal mit Ihren Freundinnen wiederholen.

Das braucht Ihr, um Saatbänder aus Toilettenpapier selbst zu machen

Zutaten zum Basteln von Saatbändern

  • Klopapierstreifen (aus den Papprollen könnt Ihr dann Anzuchttöpfe basteln)
  • Schere
  • 1 EL Mehl
  • Ein paar Tropfen Wasser
  • Holzstäbchen oder Pinselstiel
  • Samen nach Wahl

Und so wird’s gemacht

Trennt vom Toilettenpapier einige Blätter ab. Wir haben Streifen von 80 cm Länge genommen, da das genau der Breite unserer Hochbeete entspricht. Auf diese Weise bekommen wir ein Saatband, das genau für eine Beetreihe ausreicht.

Schneidet den Klopapierstreifen einmal der Länge nach durch. Nun habt Ihr zwei lange Streifen, aus denen Ihr zwei Saatbänder herstellen könnt. Die Streifen knickt Ihr einmal der Länge nach und faltet sie danach wieder auf.

Saatbänder selber basteln

Aus Mehl und Wasser könnt Ihr ganz fix einen ungiftigen Klebstoff herstellen. Gebt das Mehl dafür in eine kleine Schüssel und fügt ein paar Tropfen Wasser dazu, so dass eine zähe Masse entsteht. Von dieser könnt Ihr nun mit dem Holzstäbchen (im passenden Saatabstand) kleine Punkte auf das Toilettenpapier tupfen. Auf jeden Punkt legt Ihr gleich im Anschluss ein Saatkorn.

Gärtnern mit Kindern Saatbänder herstellen

Sobald der ganze Papierstreifen mit Samen bestückt ist, könnt Ihr das Toilettenpapier zusammenfalten und damit das Saatgut an Ort und Stelle fixieren.

Noch ein Tipp: Achtet beim Mischen des Mehlklebers darauf, diesen nicht zu flüssig anzurühren, damit die Samen nicht versehentlich vorzeitig zum Keimen angeregt werden.

Die so entstandenen Saatbänder könnt Ihr trocknen lassen, aufrollen und entweder in Saatgut-Tütchen oder einer Schachtel aufbewahren. Achtet auf jeden Fall darauf, Euer Saatgut sorgfältig zu beschriften!

Möhren Saatband selber machen

Die Methode eignet sich für alle feinen Samen, wie Möhren, aber auch Salat. Wenn man statt Toilettenpapier Küchenrolle verwendet, kann man damit auch prima Saatscheiben, z.B. für Kräuter, basteln.

Zum Aussäen zieht Ihr einfach eine Furche im Beet, legt das Saatband hinein und bedeckt es mit Erde. Jetzt müsst Ihr nur noch gießen und abwarten.

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Basteln!

Saatbänder aus Toilettenpapier schnell und günstig selber basteln

 

 

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16 Kommentare

  • Antworten
    Helena
    26. Februar 2018 at 7:34

    Wenn Saatbänder nicht immer so eine Arbeit wären :/
    Marie von Wurzelwerk.net hat in ihrem letzten Post eine ganz interessante sparame Aussaatart gezeigt. Karottensamen vorkeimen und dann in einem Stärkekleister verteilen und in die vorgezogenen Saatrillen spritzen. Fand die Idee genial und werde sie diesen Frühling unbedingt ausprobieren 😀

    Liebe Grüße
    Helena

    • Antworten
      Hauptstadtgaertnerin
      27. Februar 2018 at 8:57

      Liebe Helena,
      den Artikel von Marie hab ich auch gelesen. Ihren Blog mag ich auch wirklich sehr gerne! Mit den Saatbändern hatte ich glücklicherweise sehr motivierte Helferinnen 🙂 Liebe Grüße, Caro

  • Antworten
    Basti
    26. Februar 2018 at 13:24

    Hallo Caro,

    Schon wieder so eine gute DIY-Idee 🙂 Saatbänder selber basteln? Na klar, warum eigentlich nicht. Zudem klingt es wirklich simpel und hat echte Vorteile. Gerade bei sehr kleinen Samen kann man so wieder ein bisschen Ordnung reinbringen und verschwendet nichts. Auch gut für Balkonkästen oder kleine Beetflächen. Coole Sache 🙂

    Lieben Gruß
    Basti

    • Antworten
      Hauptstadtgaertnerin
      27. Februar 2018 at 8:59

      Hallo Basti,
      danke für den netten Kommentar.
      Ich gehe gleich mal gucken, was Ihr gerade so macht.
      Liebe Grüße,
      Caro

  • Antworten
    Karen Heyer
    26. Februar 2018 at 14:18

    Hallo Caro,
    prima Idee, das werde ich am nächsten Wochenende nachmachen. Im Boden dürfe dann noch nichts gehen.
    Liebe Grüße
    Karen.

    • Antworten
      Hauptstadtgaertnerin
      27. Februar 2018 at 8:58

      Liebe Karen,
      viel Spaß beim Ausprobieren! Ich freue mich schon sooo, wenn es endlich wieder wärmer wird!
      LG, Caro

  • Antworten
    Detlef
    26. Februar 2018 at 18:18

    Super Anleitung und sehr anschaulich bebildert! Vielen Dank!

    • Antworten
      Hauptstadtgaertnerin
      27. Februar 2018 at 8:58

      Lieber Detlef,
      vielen Dank! Ich hatte glücklicherweise auch sehr geduldige Hand-Models 😉
      LG, Caro

  • Antworten
    Margit
    26. Februar 2018 at 19:42

    Das ist ja cool! Eigentlich ganz einfach und sicher sehr wirkungsvoll. Jetzt hat man ja auch noch genügend Zeit für solche Arbeiten! Und später geht es dann ruck zuck ins Beet!
    Viele Grüße von
    Margit

    • Antworten
      Hauptstadtgaertnerin
      27. Februar 2018 at 9:00

      Liebe Margit,
      ja genau – ich nutze unseren winterlichen Enthusiasmus 🙂 und hoffe, die Samenverschwendung hat damit ein Ende 🙂
      Viele liebe Grüße,
      Caro

  • Antworten
    Topfgartenwelt
    26. Februar 2018 at 23:27

    Das ist wirklich eine tolle Anleitung für die Herstellung eines Saatbands. Ich muss ehrlich gestehen, ich weiß noch nicht, ob ich es wieder mit Möhren probiere. Bislang hatte ich mit ihnen noch nie Glück.

    LG Kathrin

    • Antworten
      Hauptstadtgaertnerin
      27. Februar 2018 at 9:03

      Liebe Kathrin,
      komisch, dass jeder Gärtner ein paar Lieblingsgemüse hat, die eigentlich immer klappen und dann die „Angstgegner“, die einfach nix werden. Bei mir ist es Kohlrabi. Meine haben letztes Jahr NUR Blätter bekommen und keine Knollen, daher setze ich bei ihnen dieses Jahr mal aus. Vielleicht klappt es bei Dir ja doch irgendwann mit den Möhren!
      Liebe Grüße,
      Caro

  • Antworten
    Lea
    28. Februar 2018 at 11:02

    Ich find die Idee so gut! Bin ganz Feuer und Flammer und überlege gerade was ich als erstes im Frühjahr setzen werde können und mit welchen Samen ich die ersten Saatenbänder füllen werde. Und das bei aktuellen -14 Grad draussen 😀

  • Antworten
    Matthias
    1. März 2018 at 10:00

    Na da weiß ich doch, was ich am Wochenende mit den Kindern mache 🙂

  • Antworten
    Valentina
    1. März 2018 at 21:49

    Danke Caro , super tip … werde auf jeden Fall nach machen 👍👻

  • Antworten
    Izabella
    15. März 2018 at 11:49

    Liebe Caro,
    Ich habe dieses Jahr auch schon ein paar Saatbänder gemacht. Ich persönlich finde, dass das ganz schnell geht, vor allem – wie du ja schreibst – wenn mein kleine fleißige Helferlein hat, die sich dabei auch noch riiiiiiesig freuen 🙂
    Hast du Lust diesen Artikel – und auch spätere – in meiner Blogparade „Gemüse selber züchten“ einzureihen? Ich würde mich sehr darüber freuen!
    Viele Grüße, Izabella

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