Das geht nicht? Doch! Ich zeige Euch, wie Ihr ein Hochbeet mit einfachen Mitteln selber bauen und befüllen könnt.

Ich bin totaler Hochbeet-Fan und habe mittlerweile schon einige gebaut. Ich liebe Hochbeete aus mehreren Gründen. Erst mal haben wir in unserem Berliner Schrebergarten von Haus aus sehr mageren Sandboden, der schnell austrocknet und in dem Gemüse wirklich nicht besonders gut wächst. Dann hat der Elektriker mit dem Kleinbagger (vielleicht erinnert Ihr Euch – mein persönliches Gartentrauma…) ja den Boden unseres Gemüsegartens einmal von oben nach unten gewendet, so dass die obere Schicht danach ungefähr garkeine Nähstoffe mehr enthielt und es jetzt erst mal dran geht, den Boden grundsätzlich wieder herzustellen und zu verbessern. Da das eine längerfristige Aufgabe ist, waren die Hochbeete eine super Lösung, um schnell wieder Gemüse wie z.B. leckeren Grünkohl anbauen zu können.

Der Herbst ist die ideale Jahreszeit um ein Hochbeet zu bauen. Wie das schnell und günstig geht, erfährst du hier...

Das letzte Hochbeet, das ich gebaut habe, steht aber gar nicht in meinem eignen Garten, sondern im Schulgarten unserer Grundschule. Dort leite ich seit September eine kleine Garten AG – und es macht sooo viel Spaß! Ich werde Euch bei Gelegenheit ausführlich berichten, was wir alles so machen. In der Schule haben wir das Hochbeet hauptsächlich, damit unsere zukünftigen Radieschen, Möhren, Salate und Bohnen nicht versehentlich von spielenden Kinder zertreten werden. Das Material für das Hochbeet hat uns freundlicherweise unser Eltern-Förderverein gesponsert. Um die Vereinskasse nicht unnötig zu belasten, war es mir wichtig, ein relativ günstiges Hochbeet zu bauen.

Materialliste – was braucht Ihr alles für ein Hochbeet?

Alle Materialien bekommt man im Baumarkt
(Die Rahmen hab ich bisher bei Toom und Bauhaus gesehen, aber es gibt sie auch bei ebay oder Amazon).

  • 3 Pallettenrahmen
  • Folie, Maße ca. 410 cm x 100 cm (Teichfolie, Grundmauerschutz-Noppenbahn oder Gewebeplane)
  • Hasendraht feinmaschig, Maße ca. 140 cm x 100 cm
  • Tacker + Tackernadeln
  • Zange zum Schneiden des Hasendrahts
  • Schere oder Cutter
  • Hammer

optional

  • Mittelgroben Kies als Untergrund für eine Fläche von ca. 2 qm (bei durchlässigen Böden nicht unbedingt nötig)
  • Lasur für den Außenanstrich

Das fertige Hochbeet hat folgende Maße 120 cm (Länge) x 80 cm (Breite) x 90 cm (Höhe).

Wir haben im Schulgarten ein Hochbeet gebaut.

Das Hochbeet zusammenbauen

Holzkonstruktion bauen

Die gute Nachricht: Die Palettenrahmen werden einfach zusammengesteckt und mit 4 beiliegenden Metallstiften fixiert. Dazu schlägt man die Metallstifte mit einem Hammer an allen vier Ecken vorsichtig ein und schon ist ein Rahmen fertig gebaut. Es ist wirklich ganz einfach und auch meine Zweitklässlerinnen haben das schon ganz super alleine (!) hinbekommen. So baut man alle 3 Palettenrahmen zusammen und steckt sie am gewünschten Ort übereinander (dazu haben sie schon eine Vorrichtung, man muss also nichts weiter fixieren oder schrauben). Wenn Ihr sehr schweren Boden oder Probleme mit Staunässe habt, dann könnt Ihr unter das eigentliche Beet eine Schicht mittelgroben Kies als Drainage geben und die Palettenrahmen drauf platzieren. Bei leichteren Böden braucht Ihr das jedoch nicht.

Hasendraht im Hochbeet als Schutz gegen Wühlmäuse

Hasendraht zuschneiden und befestigen

Das Hochbeet hat die Maße 120 x 80 cm. Schneidet also ein Rechteck aus Hasendraht, das etwas größer ist als die Grundfläche und legt es unten auf den Boden des noch leeren Beetes. Klappt dafür die Seiten etwas nach oben um und tackert den Hasendraht mit den überlappenden Enden einmal rundherum an den seitlichen Holzbrettern fest. Der Hasendraht dient hauptsächlich als Schutz vor (Wühl-)Mäusen, damit sich diese nicht häuslich einrichten und Euer Gemüse von unten anknabbern.

Das Hochbeet vor dem Befüllen mit Teichfolie oder Noppenbahn auskleiden

Hochbeet mit Folie auskleiden

Über die Wahl der Folie (und ob man sie überhaupt braucht) scheiden sich etwas die Geister. Ich habe bisher immer Teichfolie verwendet und bin sehr zufrieden. Die Folie verhindert, dass das Gießwasser seitlich aus dem Beet herausläuft und hindert auch die Bodenbakterien im Inneren daran, das Holz der Beetkonstruktion zu zersetzen. Zwischen der Folie und den Brettern könnte sich theoretisch Kondenswasser bilden, daher empfehlen einige Hochbeetgärtner die Verwendung von Grundmauerschutz (dieser hält durch die vorhandenen Noppen Abstand zum Holz). Wahrscheinlich ist es am Ende Geschmackssache.

Das Hochbeet hat einen Umfang von 4 Metern und eine Höhe von 90 cm. Schneidet also einen ca. 410 cm langen und ca. 100 cm breiten Streifen der Folie zu. Ihr könnt die Bahn auch aus 2 Teilen zusammensetzen, achtet dann nur auf eine entsprechend große Überlappung. Diese Bahn tackert Ihr nun an der Oberkante des Hochbeets einmal rund herum fest. Achtet darauf, dass die Folie bis zum Boden geht und den Hasendraht leicht überlappt. Der Boden selbst muss aber unbedingt frei bleiben, damit überschüssiges Wasser nach unten ablaufen kann! Eventuell überstehende Folie könnt Ihr einfach oben bündig abschneiden.

Fertiges Hochbeet, bereit zum Befüllen.

Fertig ist das Hochbeet! Wenn Ihr möchtet, könnt Ihr die Bretter noch lasieren, nehmt aber unbedingt eine Lasur ohne Gifte und Schadstoffe. Ich habe die Bretter einfach so gelassen, da ich es ganz schön finde, wenn das Holz mit der Zeit vergraut. Dadurch verringert sich zwar die Haltbarkeit, aber es wird auch so einige Jahren dauern, bis das Holz ersetzt werden muss.

Das Hochbeet befüllen

Das Befüllen des Hochbeets wird häufig wie eine Art Geheimwissenschaft dargestellt. Dabei ist es eigentlich ganz einfach, wenn man 3 Regeln beachtet, die man eigentlich schon vom Kompostieren kennt:

  1. Befüllt das Hochbeet von grob nach fein, unten also gröbere Zweige und Äste, oben Grünschnitt und Laub. Grobes Material verrottet langsamer und dient auch als Drainageschicht, damit sich keine Staunässe bildet. Weiter oben könnt Ihr nach Belieben Rasensoden (Gras nach unten, Erde nach oben), gehäckselten Strauchschnitt, Laub, Rasenschnitt, etc. einfüllen. Darauf gebt Ihr noch eine Schicht halbreifen Kompost (wenn vorhanden). Die obersten 20-30 cm füllt Ihr dann am Ende mit gutem Substrat (torffreie Plflanzerderde und/oder Kompost) auf. Bitte nehmt keine Blumenerde, da sie meist sehr stark künstlich aufgedüngt ist.
  2. Gebt keine Samenstände oder Wurzelunkräuter mit hinein – denn auch diese finden im Hochbeet optimale Wachstumsbedingungen.
  3. Kranke Pflanzenteile gehören in den Müll, damit sich die Krankheitserreger nicht weiter im Garten ausbreiten.

Ein Idealer Zeitpunkt zum Bauen und befüllen eines Hochbeets ist der Herbst, da sich die Füllung über den Winter setzen kann und schon die Verrottung beginnt. Im Frühling könnt Ihr dann nach dem Absacken noch etwas nachfüllen und mit dem Pflanzen beginnen.


Nachdem Ihr nun wisst, wie man ein Hochbeet baut, hier noch in paar allgemeine Infos zu Hochbeeten…

Vorteile von Hochbeeten: Sie beiten Schutz gegenWühlmäse und Schnecken.

Was sind die Vorteile eines Hochbeets?

Einige hab ich ja schon genannt, aber hier nochmal eine Liste:

  • Ihr könnt auch bei geringer Bodenqualität Gemüse anbauen
  • Schutz vor Wühlmäusen
  • Rückenschonendes Gärtnern
  • Bedingt auch Schutz vor Schnecken oder zumindest eine gezieltere Bekämpfungsmöglichkeit
  • Ihr könnt früher im Jahr mit der Aussaat beginnen, da sich die Erde im Hochbeet durch die Verrottung erwärmt
  • Gute Wasserspeicherung, dadurch müsst Ihr weniger gießen
  • In den ersten Jahren braucht Ihr fast keinen Dünger, da durch die Verrottung sehr viele Nähstoffe freigesetzt werden
  • Ihr müsst weniger Unkraut jäten, da sich viele Samen eher bodennah verteilen

Warum ich die  Hochbeete aus Palettenrahmen liebe…

Ich bin wirklich Fan dieser Konstruktion, da diese Hochbeete sehr günstig sind, man sie schnell und mit wenig Werkzeug aufbauen kann und man durch die modulare Bauweise verschiedene Höhen realisieren kann. Weiter kann man durch die gesteckte Konstruktion auch immer wieder variieren, und wenn man das Hochbeet nach ein paar Jahren ausleeren möchte, geht das schnell und rückenschonend. Auch wichtig war für mich, dass ich ein komplettes Hochbeet in meinem Fahrradanhänger transportieren kann und also kein Auto brauche.

Hochbeet ohne Auto kaufen

Und Ihr so?

Habt Ihr auch schon Hochbeete gebaut? Und wenn ja, aus was? Erzählt doch mal, ich bin gespannt auf eure Geschichten!

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