Heute war ein so schöner, frühlingshafter und sonniger Tag. Ich schwelge voller Vorfreude auf die kommende Gartensaison, zeichne in Gedanke Beetpläne für meine Hochbeete und habe Lust, die ersten Aussaaten auf unsere Fensterbänke zu stellen. Da ich gerade – statt im Büro zu sitzen – zwei kranke Kinder hüte, habe ich endlich die Saatguttütchen durchforstet und zusätzlich zum Wasserspinat, der ja schon seit ein paar Tagen auf dem Fensterbrett steht, ein paar Pimentos de Padron, Chili und Artischocken gesät. Von einem Instagram-Freund aus Italien habe ich wunderbare Tomatensamen geschickt bekommen und er hat mich schon ermahnt, diese bald zu säen. Ich bin gespannt, da ich in unserer recht dunklen Wohnung die Tomaten normalerweise erst später aussäen würde. Vielleicht gönne ich den italienischen Schönheiten auch einfach bei Gelegenheit eine Pflanzenlampe.

Aber zurück zur Aussaat: man kann ja in die verschiedensten Behälter und Substrate säen. Ich liebe die kleinen Kokos-Quelltöpfe, da man sie später komplett einpflanzen kann, nicht Gefahr läuft, die Wurzeln zu beschädigen und ich mit ihnen auch noch nie Schimmelprobleme hatte. Habt Ihr denn Favoriten für Eure Aussaten? Und nehmt Ihr eher herkömmliche Anzuchterde oder Kokos-Substrat? Hat von Euch zufällig schon mal jemand Hydroponik-Anzucht ohne Erde probiert? Das möchte ich bei nächster Gelegenheit unbedingt versuchen!

Als ich nun meine Samentütchen sortiert hatte, stellte ich fest, das der Kokostöpfchen-Vorrat aufgebraucht war, daher musste ich heute mit einem Rest Aussaat-Erde und dem was sonst noch so im Haus war klar kommen. Hier kommt also meine Liste potenzieller Pflanzgefäßen, die vielleicht ungeachtet bei Euch in der Küche stehen…

5 Upcycling-Ideen für Aussat-Töpfe

1. Obst- oder Gemüseverpackungen

Minigewächshaus aus Obstverpackung basteln

Ich wünschte, wir wäre ein Zero-Waste Haushalt, aber davon sind wir durch Job, Kinder, Konzertbesuche, Gartenverrücktheit und viele andere Dinge, die uns mal eben schnell kurz vor knapp in den Supermarkt flitzen lassen, zugegebenermaßenn noch ziemlich weit entfernt. Oft wandert auf dem Heimweg vom Büro noch schnell eine Packung Weintrauben in meinen Einkaufsbeutel. Diese Verpackungen von Trauben, aber auch Himbeeren etc, sammle ich über’s Jahr und verwende sie erst als Mini-Gewächshäuser und im Sommer dann, um meine Ernte ohne Angst vor Zerquetschen nach Hause zu transportieren.

Minigewächshaus basteln

Für die Anzucht einfach die Verpackung ausspülen, evtl. vorhandene Aufkleber entweder mit Wasser oder etwas Speiseöl entfernen und abtrocknen. Dann den Behälter mit Anzuchterde füllen und die Samen einsäen. Locker mit dem Deckel verschließen und fertig ist das Mini-Gewächshaus.

 

2. Anzuchttöpfchen aus Zeitungspapier

Anzuchttöpfe aus Zeitungspapier pressen

Ich habe eine spezielle kleine Presse, mit der man kleine Anzuchttöpfe aus alten Zeitungen formen kann. Dazu viertelt man eine Zeitungsseite, faltet das Papierstück noch zwei mal, rollt den Streifen um ein rundes Holz mit Griff und verpresst den Boden. Mit dem Werkzeug klappt das im Akkord und man kann schnell sehr viele Papiertöpfe herstellen. Die kleinen Papierzylinder kann man nun mit Erde füllen. Wenn Ihr keine solche Presse habt, dann könnt Ihr auch eckige Töpfchen aus Zeitungen  falten. Die Papiertöpfe sehen super schön aus, im letzten Jahr hatte ich jedoch etwas Probleme mit Schimmel. Ich empfehle Euch, bei diese Methode regelmäßig, aber jeweils nicht zu stark zu gießen.

 

3. Pflanztöpfe aus Klopapierrollen falten

Anzuch Töpfe aus Toilettenpapier

Eine meiner Lieblingsmethoden, die – wie ich vorhin festgestellt habe – auch von Familie Buddenbohm angewendet wird. Das Innenteil von Klorollen ist übrigens ansich ein fabelhaftes Bastelmaterial. Im Advent hatte ich für den Blog von ebay Kleinanzeigen daraus schon mal Adventskalender gebastelt, daher sind meine Vorräte leider gerade etwas dezimiert.

So werden die Pflanztöpfchen gemacht

Die Klorolle quer halbieren, so dass zwei kurze Pappröhren entstehen. Die Rollen platt drücken, die beiden entstandenen Knicke aufeinanderlegen und erneut flach drücken. Nun an allen vier Knicken auf einer Seite mit einer Schere ca. 1,5 cm tief einschneiden und die entstehenden Ecken nach innen falten, wie beim Verschließen eines Kartons. Fertig ist das Klorollen-Pflanztöpfchen.

 

4. Pflanzgefäße aus Konservendosen

Blechdosen eignen sich gut als Upcycling Pflanzgefäße für Urban Gardening

Auch leere Dosen könnt Ihr prima als Blumentopf oder Pflanztopf benutzen. Dazu einfach das Etikett entfernen und entweder mit einem Metallbohrer oder mit Hammer und Nagel einige Abzugslöcher in den Boden bohren. Danach füllt Ihr die Dosen mit geeigneter Erde. Diese Töpfe eignen sich gut für größere Samen wie z.B. die von Kürbis oder Zucchini.

 

5. Anzuchtschale aus leerem Eierkarton

Samen in Eierkartons aussäen und vorziehen

Leere Eierkartons könnt Ihr auch als Pflanzgefäße verwenden. Achtet bei der Auswahl aber auf ungefärbte Packungen. Trennt den Deckel des Eierkartons ab und füllt die Mulden mit Erde. Wenn Ihr nicht direkt in den Karton säen wollt, könnt Ihr auch leere Eierschalen (z.B. vom Frühstücksei) in die Vertiefungen stellen und diese mit Erde befüllen. Das sieht schön aus und der Kalk ist später für die Pflanze ein guter Dünger.

Welche Anzuchtöpfchen für was?

Die einzelnen Behälter haben verschiedene Eigenschaften und dadurch entsprechende Vorteile. Die Papiertöpfchen, die Eierkartons und Klorollen haben gemeinsam, dass sie mit der Zeit verrotten und man sie dadurch im Frühling komplett ins Beet auspflanzen kann. Bei den Obstverpackungen wiederum hat man ohne Aufwand und ohne zusätzliche Kosten gleich ein komplettes Mini-Gewächshaus. Je nach Pflanze und Saatgut könnt Ihr die verschiedenen Töpfe auch mischen. Feine Samen wie, z.B. die von Kräutern, könnt Ihr ganz einfach sortenrein in kleine Beeren-Verpackungen säen, während Ihr dicke Puffbohnen z.B. toll in Papiertöpfen vorkeimen könnt, um sie dann Anfang März mitsamt dem Topf ins Beet zu verpflanzen. Alle Pflanzbehälter stellt Ihr am besten auf einen Teller oder anderen Untersetzer, um überschüssiges Gießwasser aufzufangen.

 

Bonus: Selbst bewässerndes Pflanzgefäße aus leeren Milchpackungen

Blumentopf oder Pflanzgefäß aus Milchkarton Tetrapack selber machen

Mit meinen Schulgarten-Kindern werde ich auch demnächst ein paar kleine Aussaaten probieren. Da sich in der Schule die Heizung nicht gut dosieren lässt, stehen die Saaten eigentlich zu warm und um die Kinder bei der Pflege etwas zu unterstützen, werde ich mit ihnen selbst bewässernde Pflanzgefäße aus leeren Milchkartons basteln. Dazu schneidet Ihr einen Milchkarton quer in der Mitte durch. Vom oberen Teil schraubt Ihr die Kappe ab und schiebt einen ca. 2 cm langen Streifen von einem Schwammtuch durch die Öffnung. Den unteren Teil befüllt Ihr zur Hälfte mit Wasser. Die beiden Elemente kann man nun so ineinander stecken, dass das Schwammtuch im Wasser hängt. Durch die Kapillarwirkung im Schwammtuch wird das Wasser nach oben gezogen und die Erde feucht gehalten. Ich hoffe, das schützt die Saaten in der Schule vor Austrocknung.

Sollte es nicht klappen, habe ich zur Pflanzzeit aber wahrscheinlich auch dieses Jahre einige Pflanzen übrig, mit denen ich dann auch den Schulgarten ausstatten kann. Habt Ihr das eigentlich auch – diese Jungpflanzen-Eskalation? Und was steht denn bei Euch schon auf dem Fensterbrett?


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Pflanzgefäße und Anzuchhtöpfe kannst Du ganz leicht selber machen mit Upcycling von Eierkartons, Dosen, Konservendosen, Obstverpackungen, Klopapierrollen und aus Zeitung. Damit gelingt die günstige Anzucht von Jungpflanzen auf dem Fensterbrett. Mit und ohne LED Pflanzenlampe. Für den Garten, fürs Hochbeet oder den Balkon.