Keine Werbung, sondern meine eigene Erfahrung und Häcksler-Kaufempfehlung

Unser Garten hat nur an einer Seite eine Nachbarin (die zählt aber für zwei…) und grenzt an der anderen Seite an den Weg, der zu unserem Vereinsheim führt. Diese Seite säumt ein Zaun mit einer Ligusterhecke. Da unser Garten ein langer Schlauch ist (ca. 35m lang und vielleicht 8m breit), ist auch diese Hecke sehr lang und es gibt immer viel zu schneiden. Da kommt ordentlich Biomasse zusammen!

Da wir kein Auto haben und ich auch sehr gerne mit Kompost arbeite, bringen wir den Heckenschnitt nicht weg, sondern versuchen, ihn vor Ort zu kompostieren. Leichter gesagt als getan! Im ersten Jahr haben wir mit Heckenschnitt, Baumschnitt und dem restlichen Grünzeug, das im Garten so anfällt drei Komposthaufen und zwei Hochbeete befüllt. Ein weiterer Komposter ist für unsere Komposttoilette reserviert (das wäre noch ein ganz eigenes Thema über das ich ein andermal berichte).

Die holzigen Teile von Hecke, Sträuchern und Bäumen brauchen einfach zu lange, um zu verrotten, da ja jedes Jahr wieder neue Biomasse anfällt, während sich der Inhalt der Komposthaufen aber nur um etwa die Hälfte reduziert. So konnte es nicht weiter gehen. Ich habe daher nach einer Alternative gesucht.

Häcksler verbessert den Kompost

Ein Häcksler muss her!

Ein Häcksler sollte Abhilfe schaffen. Damit kann man das Schnittgut in ca. 1-2 cm kleine Stückchen zerkleinern und das entstandene Schreddergut entweder direkt zum Mulchen unter Sträuchern und Hecken benutzen oder die Wege zwischen den Beeten damit auffüllen (und damit eine schöne und relativ unkrautfreie, natürliche Anmutung erreichen). Oder man kann das Schreddergut auf den Kompost geben, wo es jetzt viel schneller verrottet, da es durch die vergrößerte Oberfläche viel mehr Angriffsfläche für Bakterien bietet.

Schreddergut aus dem Gartenhäcksler

Die Qual der Wahl!

Erst mal ins Thema eingetaucht, gab es eine riesige Auswahl unterschiedlicher Modelle. Relativ schnell stellte ich fest, dass wohl zwei grundlegend verschiedene Systeme existieren: Walzenhäcksler und Messerhäcksler – aha, ok. Beim Walzenhäcksler werden die Zweige und Äste erwartungsgemäß eher zerquetscht, beim Messerhäcklser mit einer schnell drehenden Klinge zerschnitten. Wie es meistens so ist, haben beide jeweils Vor- und Nachteile. Ich will kurz den Unterschied erklären:

Messerhäcksler

Der Messerhäcksler zerschneidet das Schnittgut wie gesagt mit scharfen Messern, die auf einer schnell rotierenden Schwungscheibe sitzen. Ein Messerhäcksler eignet sich vor allem dann, wenn Du eher weiches Material schreddern möchtest. Also Grünschnitt, Stauden oder die Überreste von Gemüsepflanzen.

Vorteile von Messerhäckslern

Der große Vorteil von Messerhäckslern gegenüber Walzenhäckslern ist vor allem der geringere Preis. Messerhäcksler sind deutlich günstiger als Walzenhäcksler. Weiter sind Messerhäcksler meist leichter.

Nachteile von Messerhäckslern

Der unüberhörbare Nachteil von Messerhäckslern gegenüber Walzenhäckslern ist die Lautstärke. Messerhäcksler sind wirklich sehr laut, und Du brauchst einen Gehörschutz und tolerante Gartennachbarn, da so eine Häckselsession schon mal zwei Stunden dauern kann. Weiter musst Du das Schnittgut ständig nachschieben, da es nicht automatisch eingezogen und weitertransportiert wird. Auch verstopfen Messerhäcksler relativ leicht und müssen dann aufgeschraubt werden. (Achtung, mach‘ das NIEMALS solange das Gerät am Strom ist!!) Besonders bei trockenem und hartem Holz können die Messer schnell stumpf werden. Achte also darauf, wenn Du Dich für einen Messerhäcksler entscheidest, dass sich die Messer ausbauen und nachschärfen oder ggf. nachkaufen lassen.

Walzenhäcksler

Beim Walzenhäcksler (nicht umsonst auch Leisehäcksler genannt) wird das Schnittgut durch eine Walze gequetscht. An der Walze befinden sich kleine Zacken, die das Häckselgut einziehen und zerkleinern. Die Anschaffung eines Walzenhäckslers lohnt sich vor allem dann, wenn Du hartes Holz und unbelaubte Äste häckseln möchtest. Bei weichen Pflanzenresten verstopft der Walzenhäcksler relativ schnell und ist dafür nur bedingt geeignet.

Vorteile von Walzenhäckslern

Walzenhäcksler arbeiten deutlich leiser. Wenn Du also Streß mit dem Nachbarn vermeiden möchtest, nimm den Walzenhäcksler. Weiter ist es praktisch, dass das Schnittgut von alleine eingezogen wird und die Walzen bei trockenen Zweigen und Ästen nicht so leicht verstopfen.

Nachteile von Walzenhäckslern

Der wohl größte Nachteil beim Walzenhäcksler ist die langsamere Arbeitsgeschwindigkeit. Weiter sind Walzenhäcksler schwerer und teurer. Wenn das Material feucht ist, verstopfen Walzenhäcksler wiederum schnell. Beim Häckseln von längeren Ästen solltest Du vorsichtig sein, da die herausstehenden Teile hin und her peitschen können. Sicherheitshandschuhe und Schutzbrille sind daher empfehlenswert.

Antrieb – Strom oder Benzin?

Bei beiden Typen gibt es jeweils Modelle mit Elektro- und Benzinmotor. Die Geräte mit Benzinmotor sind zwar ortsunabhängig einsetzbar, aber der Benzinmotor ist eine weitere Lärmquelle und die Geräte sind deutlich teurer, sperriger und schwerer. Ich persönlich finde Elektrohäcksler sympathischer, die Benzinhäcksler sind jedoch meist leistungsstärker.

Ok, jetzt war ich zwar schlauer, die Entscheidung fiel mir aber immernoch schwer, da ich auf jeden Fall meine belaubte Hecke schreddern wollte, ich aber nicht meine Gartennachbarn mit dem schrillen Geräsch des Messerhäcklers verärgern wollte. Ich habe also weitergesucht und den Knaller gefunden!

Die Axt im Walde

Beim Lesen verschiedener Testberichte fand ich heraus, dass es zusätzlich zu den zwei gängigen Optionen noch den Hybridhäcklser Bosch AXT 25 TC * gibt. Dieser Häckslertyp hat weder ein reines Messer noch eine einfache Walze und wird Turbinenhäcksler genannt. Als ich Ihn entdeckte, war er gerade als Neuentwicklung von Bosch auf den Markt gekommen und sollte alle Vorteile vereinen. Der Preis war zwar stattlich, doch hatte der Häcksler auch den Häckslertest von Stiftung Warentest mit großem Abstand gewonnen (ich muss gestehen, dafür bin ich anfällig). Und ich hatte Glück und konnte ihn als Blitzangebot bei Amazon deutlich günstiger erstehen.

Im Häckselhimmel

Die Turbine dreht sich recht langsam und ist dadurch wirklich total leise. Der Häcksler schreddert mühelos ALLES , was ich so reinstopfe. Grünschnitt, Laub, Hecke, Kastanienblätter und auch trockene Äste bin 5 cm Durchmesser. Wenn Du also das Supermodell haben möchtest, kann ich ihn Dir wärmstens empfehlen.

Hier noch ein paar Hinweise: Wie mit einem ein Rasenmäher auch, kann man sich bei unsachgemäßem Gebrauch mit einem Häcksler fies verletzen. Meinen Kindern habe ich daher eingebläut, dass sie NIEMALS ohne mich an ihn rangehen dürfen. Beim Häckseln solltest Du logischerweise immer die Anleitung beachten und am besten eine Schutzbrille tragen.


Kleiner Exkurs – Häckseln ohne Strom

Häckseln ohne Strom mit Fahrradantrieb

Neulich war ich ja bei den OSCE Days in Berlin, bei denen sich alles um Recyling, Zirkulärwirtschaft und Ressourcenschonung dreht. Dort habe ich einen interessanten Hackaton besucht, in dem einige Teilnehmer versucht haben, einen Häcklser mit Fahrradantrieb zu bauen. Initiiert wurde das Projekt von einer Frau aus Brasilien, die dort in einer Favela ein Urban Gardening Projekt leitet. Sie hat Ihre Idee nach Deutschland gebracht und in Berlin auch zusammen mit den Prinzessinnengärten einen Workshop gehalten, um einen Prototyp zu entwickeln, der auch in Deutschland nachgebaut werden kann. Falls Euch das interessiert, gibt es hier dazu weitere Infos.

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