Gartenblog Hauptstadtgarten
Terrakottakegel Bewässerung
Garten Schrebergarten 1x1

Wer gießt im Garten, wenn ich nicht da bin?

In Berlin ist ja alles, was nicht direkt vor der Haustüre liegt immer mindestens eine halbe Stunde entfernt. So auch unser Garten. Durch Job, Kinder, Freunde und andere Interessen, sind wir meist nur Mittwochs nach der Schule und am Wochenende dort. Manchmal schaffe ich es auch, morgens vor dem Büro kurz nach dem Rechten zu sehen. Sobald die Temperaturen steigen, gieße ich dann natürlich auch.

Wasserversorgung

Wir sammeln das Regenwasser vom Dach unserer Laube in einer großen Wassertonne. Diese ist immer voll und wir könnten auch gut eine zweite Tonne füllen, bisher scheiterte das aber am mangelnden Standplatz. Weiter ist unsere Parzelle ans Stadtwasser angeschlossen und wir haben eine Zählergrube mit Wasseranschluss im Garten. Einige Gärten in unserer Kolonie haben eigene Brunnen, diese werden aber Stück für Stück reduziert, um den Grundwasserspiegel nicht weiter abzusenken.

Bewässerung im Schrebergarten

Was gieße ich wie, wenn ich da bin?

Wenn ich im Garten bin, gieße ich erst einmal mit Gießkannen und dem Regenwasser aus der Regentonne, bis diese leer ist. Dann habe ich noch einen 50 m langen Gartenschlauch am Wasserhahn mit dem ich problemlos überall hin komme. Eine super praktische Anschaffung aus dem letzten Jahr war ein Schlauchwagen, mit dem ich den sehr langen Schlauch easy wieder aufrollen und verstauen kann.

Was gieße ich wie, wenn ich nicht da bin?

Soweit so gut – aber was passiert in der Zwischenzeit? 2 x pro Woche gießen ist im Frühling ok, aber sobald die Temperaturen steigen, brauche ich Unterstützung „von Außen“. Man könnte nun einen netten Nachbarn fragen, in unserem Fall gibt es aber in der näheren Umgebung niemanden, dem ich dauerhaft einen Schlüssel für den Garten geben und mit der Aufgabe belasten möchte.

Daher habe ich schönem ersten Jahr angefangen, das Gießen zu automatisieren und habe es Stück für Stück weiter ausgebaut. Kann man alles noch verbessern, aber es funktioniert schon ganz gut.

Gießcomputer Gardena

Wasserverteiler Gardena

Mein Aufbau

Der Gießcomputer

Herzstück ist ein am Wasserhahn angeschlossener Gießcomputer*, der individuell programmiert werden kann. Wichtig war für mich ein Modell, das mit Batterie funktioniert, da wir beim Wasserhahn keinen Strom haben. Ich nutze den Gießcomputer zusammen mit einem 6-fach Wassserverteiler*. So kann ich an 6 Stellen zu verschiedenen Zeiten unterschiedlich lange gießen lassen. Also z.B. morgens 10 Minuten mit dem Rasensprenger den Rasen gießen, dann mit der Tropfbewässerung die Tomaten und danach vielleicht mit einem Kreisregner für eine viertel Stunde das Hochbeet. Weiter kann ich programmieren, ob jeden Tag gegossen werden soll, oder alle 2 Tag oder nur 1 x pro Woche. Das System ließe sich noch mit einem Feuchtigkeitssensor kombinieren, der dann nur gießt, wenn an einer bestimmten stelle die Erde trocken ist, aber das war mir für den Anfang noch zu kompliziert. Vielleicht bekomme ich nächstes Jahr Lust drauf…

Verteiler Tropfbewässerung

Mein momentanes Setup

7:00 Uhr Tropfbewässerung Hochbeet und Tropfbewässerung Tomaten  für 1 Stunde
(als Kombination über eine Y-Kupplung – oben im Bild. Der genaue Sinn davon würde hier wahrscheinlich zu weit führen – falls das doch jemand wirklich wissen will, meldet Euch!)
8:30 Uhr 1. Rasensprenger für den nachgesäten Rasen für 10 Minuten
8:50 Uhr 2. Rasensprenger für den nachgesäten Rasen an anderer Stelle für 10 Minuten
9:10 Uhr Kreisregner im Heidelbeerbeet für 10 Minuten
9:30 Uhr Kreisregner im Hochbeet für 10 Minuten

Bewässerung Hochbeet gießen

Garten Hochbeete gießen

Bewässerung in weiteren Beeten und Betontuppen

Wir haben recht nährstoffarmen Sandboden im Garten, der sich durch den Besuch des Baggers nicht unbedingt verbessert hat. Letztes Jahr hab ich mir schwer getan, mit dem Gemüse. An einer Stellen im Gemüsegarten ist auch noch ein großer Haufen Sand, der im Sommer noch weg kommt. Ich habe daher einige schwarze Kunstsstoftuppen und alte Holzkisten zu mobilen Minihochbeeten umfunktioniert und baue z.B. Mais in der Kiste an.

Terrakottakegel Bewässerung

Es musste also eine Lösung her, diese kleineren Beete zu bewässern. Ich nutze dafür Terrakottakegel, die in die Erde gesteckt werden, in die man wassergefüllte Weinflaschen kopfüber hinein steckt. Durch die Terrakottakegel wird das Wassser langsam abgegeben und die Pflanzen gezielt bewässert. Eine Füllung hält je nach Pflanzenart so ca. eine Woche.

Ich habe den Eindruck, dass auch die Kisten den Wasserverbrauch minimieren. Zwar haben sie Abzugslöcher am Boden, aber sie halten die Feuchtigkeit insgesamt deutlich besser als der märkische Sandboden. Und das war es dann eigentlich auch schon. Mit diesen 2 Bausteinen gießt sich mein Garten unter den Woche eigentlich von selbst und ich kann mich zurücklehnen. Jetzt müsste eigentlich nur noch jemand schnell einen Unkrautausrupfroboter erfinden und ich wäre ganz zufrieden.

Falls Ihr Fragen oder noch Tipps zum Thema habt, dann hinterlasst mir gerne einen Kommentar! Ich probiere immer gerne auch noch was Neues aus!

Einige von Euch hatten gefragt, wo ich die Terrakottakegel her habe – hier ist ein Link*…


*Afilliate Link 

Teile diesen Beitrag...

You Might Also Like...

11 Kommentare

  • Antworten
    McMaries Kleingartenwelt
    7. Juni 2017 at 18:50

    Hallo, du hast ein wirklich ausgeklügeltes System zum Bewässern.
    Ich probiere in diesem Jahr ein neues System mit Tontöpfen. Bisher funktioniert es sehr gut und ich muss nur 1 bis 2 Mal in der Woche nachfüllen – dazu gibt es bald mehr auf meinem Blog bzw. auf meinem Youtubekanal.
    LG Marie

    • Antworten
      Hauptstadtgaertnerin
      12. Juni 2017 at 10:05

      Liebe Marie,
      vielen Dank für Deinen Kommentar! Das mit den Tontöpfen hört sich ja auch gut an. Da komme ich auf jeden Fall mal bei Dir gucken, mein System ist ja auch immernoch ausbaufähig! Liebe Grüße und bis bald mal, Caro

  • Antworten
    Chris
    20. Juni 2017 at 8:54

    Das ist mal eine Interessante Idee, ich bin mit meiner Frau im Sommer für mehrere Tage weg und wir haben schon gegrübelt wie wir das mit unseren Beeten machen werden. Ich denk wir probieren deinen Vorschlag mal aus, danke dir!
    Liebe Grüße
    Chris

  • Antworten
    Izabella
    27. Februar 2018 at 12:58

    Das ist ja mal ein ausgeklügeltes System! Finde ich wirklich toll!
    Was für Kegel sind das denn, die in die Weinflasche kommen? Hast du einen Link dazu?
    Viele Grüße, Izabella

  • Antworten
    Die Rabenfrau
    5. März 2018 at 12:10

    Leider dürfen wir in unserer Anlage nicht automatisch bewässern, es sind nicht einmal Regnet und Tropfschläuche erlaubt. Aber die Tonkegel merke ich mir!
    Grüßle
    Ursel

    • Antworten
      Hauptstadtgaertnerin
      30. Juni 2018 at 8:44

      Lieber Lennart,
      bitte entschuldige die späte Antwort. Wenn man viele Flaschen nimmt, dann könnte es auch zwei Wochen reichen. Ich mache es dann manchmal so, dass ich jemanden bitte, einmal aufzufüllen. Dann braucht man zwar auch Hilfe, aber es ist für die helfende Person deutlich weniger Aufwand, als alle 2 Tage zu gießen.
      LG, Caro

  • Antworten
    Lennart
    25. Mai 2018 at 10:35

    Huhu,

    Toller Tipp mit den Kegeln aus Ton. Diese kannte ich noch garnicht. Bei uns steht auch bald ein großer Urlaub bevor und ich habe schon Angst um die Pflanzen auf unserer neugestalteten Dachterrasse. Ich denke ich werde das mit den Flaschen mal ausprobieren, wobei das vermutlich auch keine zwei Wochen halten wird?
    Mit einem Bewässerungscomputer habe ich auch bereits geliebäugelt, da ich ohnehin auf Heimautomatisierung stehe. Ich würde da aber am liebsten auch einen Feuchtigkeitssensor integrieren, damit nicht nur stumpf nach Zeiten gegossen wird. Vielleicht gibt es da auch Lösungen…

    Na jedenfalls toller Beitrag, vielen Dank dafür,

    Viele Grüße,

    Lennart

  • Antworten
    Alu
    28. Juni 2018 at 21:51

    das bedeutet die Tontöpfe sind zu?? lg Alu

  • Antworten
    Hauptstadtgaertnerin
    30. Juni 2018 at 8:42

    Liebe Alu,
    ja, das sind so spitze Kegel, die unten geschlossen sind. Wenn ich später dran denke, poste ich mal ein Bild in meine Instagram-Story.
    Schönes Wochenende und LG,
    Caro

  • Antworten
    Yvonne
    8. Juli 2018 at 17:53

    Hallo ich hätte da mal eine Frage wir wollen dieses Jahr unsern Garten über ein Bewässerungs System laufen lassen. In der Hecke und den Beeten liegen schon Tropf Schläuche und für den Rasen sollen sprenkler her. Uns fehlt nun noch die Möglichkeit alles automatisch laufen zu lassen ohne Magnetventiele zu benutzen. Wie funktioniert das bei euch das erst das eine und dann das andere Bewässert wirď?
    Lieben Gruß Yvonne

  • Antworten
    Jules
    3. Oktober 2018 at 0:10

    oh, ich bin begeistert!! so ein system brauche ich dringend für den nächsten sommerurlaub!

Hinterlasse eine Kommentar