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Wassersparend gießen
Bewässerung Garten Schrebergarten

Wasser marsch — aber sparsam!

Werbung in Zusammenarbeit mit GARDENA


Tipps zur nachhaltigen Gartenbewässerung

Wasser ist ein kostbares Gut, dass wir angesichts sinkender Niederschlagsmengen und steigender Temperaturen sparsam einsetzen sollten. Das bedeutet aber nicht, im Sommer zuzusehen, wie Gemüse, Blumen, Gehölze und Rasen vertrocknen, sondern Wasser gezielt dort auszubringen, wo es benötigt wird.

Durchdringend gießen mit der richtigen Gießtechnik

Idealerweise landet Euer Gießwasser mit Hilfe eines langen Gießstabs oder von Tropfschläuchen direkt an den Wurzeln Eurer Gartenpflanzen. Am besten in so großer Menge, dass es nicht nur die Beetoberfläche sondern auch tiefere Schichten befeuchtet. Unabhängig davon, ob es sich um Flachwurzler (z.B. Salat) oder Tiefwurzler (wie Tomaten) handelt: wir können unsere Pflanzen erziehen, tiefer zu wurzeln, indem wir durchdringend gießen, da die Wurzeln den Weg des Wassers gehen und zu ihm hin wachsen. Wenn wir die Wurzeln dadurch in tiefere Schichten lenken, trocknen sie nicht so schnell aus, die Pflanzen gedeihen besser und man spart dabei noch Wasser und ggf. auch Geld.

Warum sollte man überhaupt gießen?

Ein Teil der im Boden vorhandenen Feuchtigkeit geht durch Versickerung oder Bodenverdunstung verloren, der Großteil wird aber durch die Pflanzen selbst verbraucht, denn sie benötigen für Ihren Stoffwechsel neben Nährstoffen, CO2 und Sonne auch Wasser. Dabei nehmen sie über die Spaltöffnungen ihrer Blätter (Stomata) Kohlendioxid für die Fotosynthese auf, während Wasser das Pflanzengewebe verlässt. Bei Wassermangel schließen sich die Stomata, die Fotosynthese wird verlangsamt oder kommt zum Erliegen, wodurch weniger Biomasse gebildet werden kann. Deshalb müssen wir in Trockenperioden gießen, um sicherzustellen, dass die Wurzeln weiterhin Wasser und Nährstoffe aufnehmen können. Zusätzlich dient die Transpiration übrigens der Kühlung des Pflanzengewebes und schützt somit vor Hitzestress.

Wie erkenne ich, dass eine Pflanze gegossen werden will? 

An vielen Kulturen verblasst erst das Laub, danach beginnt es schlapp herunterzuhängen. Meist tritt kein größerer Schaden ein, wenn gleich bei beginnender Welke gegossen wird. Im Verlauf kann Wassermangel jedoch zum Absterben der Kultur führen.

Wann sollte man gießen?

Am besten sind der frühe Morgen oder der kühlere Abend, da während der Mittagshitze zu viel Wasser ungenutzt verdunsten würde. Ich wässere meist morgens, da feuchte Pflanzen (die über Nacht nicht abtrocknen) anfällig für Pilzkrankheiten sind und nasse Erde eine schöne Rutschbahn für die nachtaktiven Schnecken abgibt. Das Gießen erledigen in meinem Garten Bewässerungscomputer von GARDENA, was eine große Erleichterung ist, da ich nicht beim Garten wohne und abgesehen davon auch nicht um 5:00 Uhr morgens aufstehen möchte. Schaut Euch gerne mal im Sortiment um, GARDENA hat noch viele weitere clevere Lösungen für eine wassersparende und automatische Bewässerung. Diese funktionieren auch über Bluetooth und auch für die Urlaubszeit gibt es Systeme für komplette Gärten, fürs Staudenbeet oder Balkone ohne Wasser oder Stromanschluss.

Welche Pflanzen brauchen wie viel Wasser?

  • Je zarter und weicher die Blätter sind, desto größer ist der Wasserbedarf. Pflanzen mit festen Blättern und Nadeln kommen meist mit weniger Wasser aus. 
  • Da die oberen Bodenschichten schneller austrocknen, müssen Flachwurzler häufiger gegossen werden als Tiefwurzler. 
  • Weiter spielt die Wurzelmenge im Verhältnis zur Verdunstungsfläche eine Rolle: besonders Neupflanzungen sollten daher regelmäßig gewässert werden.
  • Wasser in Töpfen verdunstet schneller und die Pflanzen können sich nicht aus tieferen Bodenschichten versorgen, daher solltet Ihr Kübel besonders regelmäßig gießen.

Aber viel Wasser sollt man denn ausbringen?

Das werde ich oft gefragt und ich gebe dann meine meist benutze Antwort auf Gartenfragen: „Es kommt darauf an“…  Im Gemüsebeet rechnet man – abhängig von Boden, Klimazone und Wetter – mit einem Wasserbedarf von etwa 15-25 L/qm, in sehr heißen Perioden sogar 30-35 L/qm pro Woche. Für einen gut entwickelten Rasen reicht (je nach Boden) meist eine wöchentliche Wassergabe von 10 L/qm.

Die genaue Menge ist neben den Pflanzenarten vor allem der Bodenstruktur abhängig, denn die Wasserführungseigenschaften von leichten-sandigen und eher schweren-tonigen Böden unterscheiden sich enorm. Da Wasser bei leichten Böden sehr schnell versickert, kann sich der Bedarf sogar verdoppeln. Die Speicherfähigkeit meines Berliner Sandbodens versuche ich daher seit Jahren zur erhöhen, durch das Ausbringen von Kompost und Bentonit sowie das Einarbeiten von Schafwollpellets, während andere Gärtner*innen schwere Böden mit Sand und Kompost abmagern, um die Drainage zu verbessern. Wer gerne etwas genauer nachlesen möchte, findet einen kleinen Exkurs in die Bodenkunde am Ende des Artikels.

Wie tief das Wasser eingesickert ist, könnt Ihr mit einer Spatenprobe prüfen. Dazu eine halbe Stunde nach dem Wässern mit einem Spaten etwas Erde herausheben. Wenn der Boden bis in 15-20 cm Tiefe durchfeuchtet ist, war die Wassergabe ausreichend. Falls das noch nicht der Fall ist, noch Wasser hinzufügen. Viel genauer geht es allerdings mit einem Wasserzähler.

Klein aber oho – der GARDENA AquaCount wird einfach zwischen Schlauch und Brause gesteckt und verrät uns auf einen Blick den Wasserverbrauch!

Wie lange soll man gießen, um den Boden zu sättigen?

Die abgegeben Wassermenge ist abhängig vom Wasserdruck, der Einstellung am Schlauch und der Durchflussmenge an der Gießbrause. GARDENA hat mit dem AquaCount ein kleines aber enorm praktisches neues Produkt entwickelt, um das live mitzuverfolgen. Er wird per Click-System einfach zwischen Schlauch und Brause gesteckt und je nach Modus sieht man sowohl die aktuelle Durchflussmenge in Liter/Minute als auch die Gesamtmenge des Gießvorganges und wenn man möchte sogar den Jahresverbrauch. Durch meinem Gießstab laufen bei voll aufgedrehtem Hahn z.B. knapp 20 L/Minute, was mich ganz schön verblüfft hat! Die ausgebrachte Wassermenge hätte ich geringer eingeschätzt und empfehle Euch deshalb den AquaCount unbedingt einmal auszuprobieren und am besten vorab zu schätzen, wie viel Wasser/Minute eigentlich durch Euren Gartenschlauch läuft.

Automatische Bewässerung überprüfen

Als ich meinen Garten gepachtet habe, habe ich zur Bewässerung der Gemüsebeete direkt einen Bewässerungscomputer installiert. Der GARDENA Master mit 6-fach Wasserverteiler, einige kleine Kreisregner und passende Schläuche mit Reduzierstücken leisten mir seither hervorragende Dienste. Die Kreisregner lassen sich so einstellen, dass das Wasser nur ca. 5-10 cm über dem Boden verteilt wird und sind dabei so flexibel, dass ich sie jedes Frühjahr je nach Belegung der Beete neu positioniere. Die Gießdauer und Intervalle habe ich meist nach Gefühl eingestellt und gelegentlich mit einer Spatenprobe überprüft, ob ich genug gegossen habe. Dass ich vielleicht sogar zu viel bewässere, ist mir allerdings nicht in den Sinn gekommen!

Wassermenge der automatischen Gemüsebewässerung messen

Ich habe den AquaCount am Zulauf des Wasserverteilers montiert und konnte so alle Ausgänge einmal separat durchmessen, da unterschiedliche Verbraucher (Tropfschläuche und Kreisregner) angeschlossen sind. Das war ein weiteres großes Aha-Erlebnis für mich!

Hier die Werte für meinen GARDENA Master mit 6-fach Wasserverteiler:

  • Ausgang 1: 12 l/Minute | 2 Stück Kreisregner für je 1 Rahmenbeet mit 120 x 80 cm, insgesamt also ca. 1 qm
  • Ausgang 2: 12 l/Minute | 2 Stück Kreisregner für je 1 Rahmenbeet mit 120 x 80 cm, insgesamt also ca. 1 qm
  • Ausgang 3: 7 l/Minute | Kreisregner für 1 Rahmenbeet mit 120 x 80 cm, ca. 1 qm
  • Ausgang 4: 7 l/Minute | Kreisregner für 1 Rahmenbeet mit 120 x 80 cm, ca. 1 qm
  • Ausgang 5: 7 l/Minute | Kreisregner für 1 Rahmenbeet mit 120 x 80 cm, ca. 1 qm
  • Ausgang 6: 6,5 l/Minute | Tropfschlauch: für ca. 10 qm Blumenbeet und Beerensträucher 

Bisher habe ich über die Ausgänge 1-5 jeweils 3 x pro Woche für 5 Minuten bewässert. Da ich mit dem dem AquaCount ermittelt habe, dass ca. 7L/Minute im Beet ankommen, reicht eine Dauer von 3 Minuten, um 20 Liter Wasser auszubringen. Ich habe daher die Wassergaben auf 2 x 3 Minuten pro Ausgang/Woche reduziert und werde in den nächsten Wochen beobachten, ob das ausreichend ist. Wenn das so passt, kann ich dank des AquaCounts meinen Wasserverbrauch fast halbieren!

Geschenktipp Wasserzähler

Der Wasserzähler steht nun ganz weit oben auf meiner Liste der Garten-Geschenke und Mitbringsel und ich möchte sehr gerne auch einer/einem von Euch damit eine Freude machen. Ihr könnt daher auf meinem Insta Account einen AquaCount gewinnen. Mitmachen ist denkbar einfach: hinterlasst dort einfach einen Kommentar rund um das Thema Bewässerung. Die anderen Leser*innen freuen sich sicher auch über Eure Erfahrungen und Anekdoten oder Tipps zum Wassersparen!


5 praktische Tipps zum Gießen

  • Gießt dort, wo das Wasser hin soll, nämlich möglichst bodennah an der Wurzel der Pflanze. 
  • Offene Beetflächen mulchen, um die Verdunstung zu verlangsamen. Gut geeignet sind : angetrockneter Grasschnitt, Heu, Schafwolle und Holzhäcksel.
  • Frische Aussaaten sollten möglichst nicht austrocknen. Direktsaaten also am besten bei kühlen Temperaturen oder während Regenperioden ausbringen. Falls das nicht geht, könnt Ihr die Fläche zwischen den Wassergaben mit einem Stück Pappe oder Zeitung abdecken.
  • Neu gepflanztes am besten mit einem Gießrand versehen, damit Wasser zu den Wurzeln fließt und nicht seitlich wegläuft.
  • Weil die oberen Bodenschichten rascher austrocknen, müssen Flachwurzler häufiger gegossen werden als Tiefwurzler.

Exkurs in die Bodenkunde für alle die es ganz genau wissen möchten.

Ich habe ein sehr schlaues Buch zum Thema Erwerbsgartenbau, in dem ich komplexere Themen gerne nachschlage. Zum Thema Bewässerung fällt dort häufig der Begriff ‚Feldkapazität‘. Darunter versteht man die Wassermenge, die ein wassergesättigter Boden 2 bis 3 Tage gegen die Schwerkraft halten kann. Die Feldkapazität ist vor allem abhängig von der Porengröße des Bodens. Man nimmt an, dass Poren mit einem Durchmesser über 10 µm das Wasser nicht durch Kapillarkräfte festhalten können und das Wasser somit versickert während sich bei feiner Textur mehr Wasser anlagern kann. Sogenannte ‘schwere Böden” entstehen also vor allem durch das Gewicht des im Ausgangsmaterial gespeicherten Wassers. Weiter hat die Feldkapazität großen Einfluss auf die Wasserversorgung der Pflanzen sowie die Verfügbarkeit von wasserlöslichen Nährstoffen, denn auch innerhalb der Pflanze wird Wasser durch Kapillarkräfte transportiert: Bei der Transpiration wird in den Blättern Wasser verbraucht, dadurch entsteht ein Unterdruck, der bis in die Wurzeln reicht und so Wasser aus dem Boden in die Pflanze saugt. Den Teil der Feldkapazität (FK), der von den Pflanzen durch die Wurzel aufgenommen werden kann, bezeichnet man als nutzbare Feldkapazität (nFK) oder einfach Bodenwasservorrat.

Das im Boden gespeicherte so genannte Haftwasser ist nämlich nicht komplett für Pflanzen verfügbar. Den dauerhaft im Boden gebundenen Wasseranteil nennt man deshalb Totwasser (TOT). Es wird in Poren unter 0,2 µm so stark festgehalten, dass Pflanzen es nicht mehr herauslösen können. Den Zustand, dass nur noch Totwasser im Boden vorhanden ist, nennt man permanenter Welkepunkt (PWP), da bei diesem Zustand der Wasserstrom in den Leitungsbahnen der Pflanze abreißt, Luft eintritt und die Pflanze verwelkt.

Unter den bisher herrschenden Klimabedingungen trocknen Böden in Europa bisher nur in der obersten Schicht bis zum Welkepunkt aus, als Folge steigender Temperaturen, könnte sich dieser Umstand in den kommenden Jahrzehnten jedoch so weit verändern, dass wir vor ganz neuen gärtnerischen Herausforderungen stehen.

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