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Gefüllte Weinblätter in Tomatensauce
Gartenblogger Blind Date Rezepte

Gefüllte Weinblätter mit Tomatensauce

Gartenblogger Blind-Date Nummer 2 “Summer Wine”

Was kommt dabei heraus, wenn sich 11 GartenbloggerInnen zu einem festlegten Song Gedanken machen und die entstandenen Beiträge zeitgleich ins Internet stellen? Unter dem Motto „Summer Wine“ hat jede/r von uns einen Beitrag zu dem gleichnamigen Song von Nancy Sinatra geschrieben. Wir wissen nicht, was die jeweils Anderen geschrieben haben, es gab keine inhaltliche Abstimmung, und wir sind sehr gespannt auf das Ergebnis!
Ich wünsch‘ Euch viel Spaß beim Lesen!

 


My summer wine is really made from all these things…

Am Mittwoch haben bei uns in Berlin die Sommerferien begonnen und ich denke zurück daran, wie sich das früher angefühlt hat. 6 Wochen Sommerferien, gefühlte 6 Wochen Sonnenschein und diese unendliche Süße und Schwere, die nur mit Schwimmbad und Eis am Stiel zu bewältigen waren.

Heute bin ich erwachsen und die Sommer erscheinen mir weniger verlässlich, daher findet der ideale Ferientag meiner Tagträume in Griechenland am Meer statt. Temperaturen ab 30°C aufwärts, dazu ein laues Lüftchen, Sonnenschein und ein Tagesausklang unter einem romantischen Blätterdach aus Weinreben, an dem blaue Trauben wie im Schlaraffenland über meinem Kopf hängen. Dazu leckeres Essen, ein Glas roter Urlaubswein und Kinder, die nach Sonne duften und im Abendlicht vor sich hin spielen. Doch die harte Realität sieht anders aus…

Wir werden zwar verreisen, können aber leider nicht 6 Wochen im Süden abhängen. Wie also rettet man sich von diesem Setting und diesem Gefühl etwas hinüber nach (Ost-)Berlin? Man könnte sich zuerst mal im Garten die besagte Weinlaube bauen. Ein sehr strubbeliger Weinstock war glücklicherweise schon da. Den hat irgendein Vorvorgänger von uns gepflanzt, er ist aber leider mit den Jahren auf unschöne Weise mit einem oberscheusslichen Plastikrankgitter verschmolzen – gar nicht meine Vorstellung von mediterraner Romantik…

Also haben wir letztes Jahr das fiese Rankgitter weggerissen und ein neues Rankgerüst aus Holz und Stahlseilen gebaut. Fertig ist die Laube! Bei der Aktion ist ein langer Ast des Weinstocks abgebrochen und wir hatten uns erst etwas Sorgen gemacht. Es scheint Ihm aber nicht geschadet zu haben. Er hat dieses Jahr sehr viele tolle Trauben angesetzt.

Also raus mit dem Liegestühlchen und dem Rotwein. Als ich da so weinselig hoch gucke, macht es ping und mir wird klar, dass nicht nur die Weintrauben ein kulinarischer Knaller sind, sondern auch die Weinblätter. Griechenland, Urlaub, gefüllte Weinblätter! Genau dieses Detail hatte noch gefehlt. 

 

Rezept für gefüllte Weinblätter mit Tomatensauce

selbst gemachte gefüllte Weinblätter

Gefüllte Weinblätter mit Tomatensauce

Gefüllte Weinblätter mit Tomatensauce

Zutaten

  • 12 mittelgroße frische Weinblätter
    Für die Füllung
  • 2 Esslöffel Bulgur
  • 50 ml heißes Wasser
  • 100 g frische Champignons, fein gehackt
  • 2 Schalotten
  • 1 EL Olivenöl
  • frische Kräuter nach Geschmack (z.B. Minze, Schnittlauch, Rosmarin)
  • Salz und Pfeffer
    Für die Soße
  • 400 g gehackte Tomaten (frisch oder aus der Dose)
  • 50 ml Wasser
  • 1 EL Olivenöl
    Zusätzlich
  • Ein Becher griechisches Joghurt

Zubereitung

    Weinblätter füllen
  1. Die frischen Weinblätter waschen, mit kochendem Wasser übergießen und 5 Minuten ziehen lassen, dann das Wasser abgießen.
  2. Den Bulgur in heißem Wasser einweichen.
  3. Die Champignons und Schalotten putzen und fein hacken.
  4. In einem kleinen Topf das Olivenöl erhitzen und Zwiebeln und Pilze dünsten, bis die Pilze keine Flüssigkeit mehr abgeben.
  5. Pilze mit dem Bulgur vermischen und noch etwas quellen lassen.
  6. Die Kräuter waschen und fein hacken, zur Bulgurmasse geben und mit Salz und Pfeffer würzen.
  7. Die Füllung etwas abkühlen lassen, dann die Weinblätter damit füllen.
  8. Dazu ein Weinblatt mit den Rippen nach oben (den Stiel vorher knapp abschneiden) legen, 1 TL der Füllung darauf geben und fest einrollen, vom Stielansatz zur Blattspitze hin. Die Seiten dabei einschlagen, damit die Füllung nicht rausquillt.
    Gefüllte Weinblätter kochen
  1. In einen mittelgroßen Topf (so dass alle gefüllten Weinblätter nebeneinander passen) kommen nun die Tomaten, 50 ml Wasser und 1 EL Olivenöl.
  2. Etwas vermischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  3. Die gefüllten Weinblätter darauf legen, etwas in die Tomatenmasse drücken und mit einem Teller beschweren.
  4. Einmal aufkochen und bei geringer Hitze ca. 40 Minuten garen.
  5. Im Laufe der Zeit verdunstet die Flüssigkeit der Tomaten.
  6. Damit nichts anbrennt, immer wieder etwas Wasser hinzufügen.
    Anrichten
  1. Die Weinblätter schmecken sowohl (lau)warm als auch kalt.
  2. Die gefüllten Weinblätter mit der Tomatensoße und griechischem Joghurt anrichten.
https://www.hauptstadtgarten.de/gefuellte-weinblaetter-selber-machen/

Zutaten gefüllet Weinblätter selber machen

 

Leckere gefüllte Weinblätter

 


Hier noch ein Tipp, wie man frische Weinblätter (für späteres Füllen) haltbar machen kann

Zutaten

  • frische Weinblätter
  • Wasser
  • reichlich Meersalz

 

Weinblätter haltbar machen

 

Zubereitung

Für ca. 50 Weinblätter zwei Liter Wasser mit Salz aufkochen. Es gibt es einen Trick, mit dem man prüfen kann, ob genug Salz in der Lake ist. Eine kleine geschälte Kartoffel ins Wasser legen und Salz nach und nach hinzufügen. Sobald die Kartoffel oben schwimmt, ist die Lake gesättigt mit Salz. Weinblätter waschen und den Stängel knapp abschneiden. Die Blätter zu Päckchen mit je 10 Blättern packen, diese zusammenrollen oder falten und in ein Schraubglas geben. Dann mit der heißen Salzlake aufgießen, bis das Glas voll ist und zuschrauben. Gläser nach dem Abkühlen im Kühlschrank aufbewahren. Vor der Weiterverarbeitung dran denken, die Weinblätter zu wässern, um das Salz abzuspülen.

 

Weinblätter in Salzlake eingelegt


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Falls Ihr Lust auf noch mehr Garten-Musik-Blind-Dates habt, findet Ihr hier die erste Ausgabe zum Song „Strawberry Fields Forever“.


Die goldenen Teller sind Teil eines gefühlt 500-teiligen Geschirrs, das wir mal auf dem Flohmarkt gekauft haben, und die schöne schwarze Keramik-Platte habe ich von etsy*.

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20 Kommentare

  • Antworten
    Sandra
    22. Juli 2017 at 10:53

    Uuuuh! Weinblätter… für mich leider schwierig. Offenbar bin ich ein schlimmer Kulturbanause und Kostverächter. Aber, es liest sich köstlich und Deine Bilder sind großartig!!! Love!!! Super Beitrag und danke fürs organisieren!!! ❤️

    • Antworten
      Hauptstadtgaertnerin
      22. Juli 2017 at 12:59

      Liebe Sandra,
      vielen Dank! <3 Um sie Dir vielleicht doch noch schmackhaft zu machen: die sind ganz mild gefüllt und nicht so sauer und glitschig wie die aus der Dose oder vom orientalische Händler um die Ecke (wobei ich auch die zitronig-glitschigen sehr gerne mag...) Kiwiblätter kann man leider nicht essen oder? LG und ein tolles Gartenwochenende, Caro

  • Antworten
    Franziska
    22. Juli 2017 at 10:54

    Und wo krieg‘ ich jetzt bitte frische Weinblätter her? 🙂 Ich möchte das auch, das klingt so lecker! … Ich seh‘ schon, ich muss anbauen im Garten, damit bei uns auch Wein wachsen kann. Am meisten schmunzeln musste ich allerdings gleich am Anfang bei Schwimmbad und Eis am Stiel, selige Zeiten, als es noch die Saisonkarte fürs Freibad gab und man jeden Tag dort vertrödeln konnte. Saure Gurken und Salino für 5 Pfennig das Stück, Esspapier und Dolomiti … So war Sommer, in der Tat. Liebe Grüße!

    • Antworten
      Hauptstadtgaertnerin
      22. Juli 2017 at 13:02

      Liebe Franziska,
      danke Dir – ja, Du hast genau die richtigen Sachen aufgezählt. „Saure Gurken und Salino für 5 Pfennig das Stück, Esspapier und Dolomiti…“ Ich stehe gedanklich schon wieder in der Schlange vom Kiosk… Die frischen Weinblätter gibt es auch manchmal auf dem Markt oder in türkischen Läden, vielleicht siehst Du ja zufällig mal irgendwo welche…
      Liebe Grüße, Caro

  • Antworten
    Anja
    22. Juli 2017 at 12:01

    Weinblätter. Wow. Danke für das Rezept. Die wachsen aus Nachbars Garten zu mir rüber. Werde ich im Laufe des Sommers mal ausprobieren.

    • Antworten
      Hauptstadtgaertnerin
      22. Juli 2017 at 13:04

      Ah, toll – das ist doch eine gute Verwendung! Viel Spaß mit dem Rezept!

  • Antworten
    Björn
    22. Juli 2017 at 14:25

    …das wird definitiv ganz bald ausprobiert! Toll geschriebener Beitrag 🙂 … da fliegt man nur so durch und anschließend will man wahlweise Kind sein, in den Urlaub fahren oder Köstlichkeiten verspeisen.

  • Antworten
    Karo-Tina Aldente
    22. Juli 2017 at 15:22

    Schöner Text,
    Das mit der Salzlake werde ich demnächst Mal ausprobieren.
    Tatendurstige Grüße aus dem Garten 😋

  • Antworten
    Ye Olde Kitchen
    22. Juli 2017 at 16:01

    Liebe Caro,
    ein tolles Rezept und so schön fotografiert. Gefüllte Weinblätter wollen wir schon seit einer gefühlten Ewigkeit selbst machen, haben es bis jetzt aber immer verbummelt. Aber eins ist klar, wir brauchen definitiv einen Weinstock im Garten. Der ist gut fürs Urlaubsfeeling und man kann daraus lauter tolle Sachen zubereiten.
    Vielen Dank für das schöne Binddate und liebe Grüße in die Hauptstadt
    Eva und Philipp

    • Antworten
      Hauptstadtgaertnerin
      22. Juli 2017 at 20:20

      Liebe Eva, lieber Philipp,
      so super, dass Ihr dabei seid und ja, so ein Weinstock würde super zu Euch passen! Ich muss auch echt mal Eure Weinempfehlungen von heute ausprobieren – ich verstehe da nämlich selbst recht wenig davon und freu‘ mich über gute Tipps. Wie cool, dass Ihr nun einen Garten habt, das hatte ich bisher noch garnicht so mitbekommen. Hach, da werdet Ihr bestimmt noch auf viele tolle Ideen kommen, ich bin schon gespannt… Schönes Wochenende Euch und liebe Grüße,
      Caro

  • Antworten
    Camilla
    22. Juli 2017 at 17:02

    Wahnsinn!! Dein Beitrag ist so schön geworden und auch so aufwändig! Respekt, richtig klasse.
    Auch schön die Geschichte mit eurem Wein im Garten 🙂 Tatsächlich wäre Griechenland und 30° auch eher meine Wahl für diesen Sommer, aber immerhin müssen wir nicht so viel gießen und die Gemüseernte fällt reichlich aus! lg Camilla

    • Antworten
      Hauptstadtgaertnerin
      22. Juli 2017 at 20:23

      Liebe Camilla,
      vielen lieben Dank! Meinen Tomaten würde wahrscheinlich auch etwas Sonne gelegentlich ganz gut tun, aber mit dem Gießen hast Du natürlich Recht ;-))
      Liebe Grüße und bis ganz bald, Caro

  • Antworten
    Gabi Rittmaier
    23. Juli 2017 at 22:36

    Liebe Caro, ein wunderschöner Blog(post), so interessant worüber Du schreibst und Deine Bilder sind der Hammer! Wunderschön!!!
    Ich fühle mich übrigens auch gedanklich in der Schlange vom Freibad-Kiosk….bei mir waren es immer Senfbrötchen und Capri Eis.
    Am meisten freue ich mich, Dein leckeres Essen auf der schwarzen Platte zu sehen….vielen Dank dafür!
    Liebe Grüße Gabi

    • Antworten
      Hauptstadtgaertnerin
      24. Juli 2017 at 9:03

      Liebe Gabi,
      vielen lieben Dank für Deinen Kommentar. Senfbrötchen ist ja ne großartige Idee. Das hätte mir als Kind auch geschmeckt! Ich hatte die Platte erst mal für Kuchen vor Augen, aber mit den Weinblättern drauf hat sie auch eine sehr gute Figur gemacht 😉 Wirklich ein wunderschönes Stück!
      Liebe Grüße, Caro

  • Antworten
    Sigrun
    24. Juli 2017 at 8:29

    Schöne Idee von euch Jungbloggern, eine gemeinsame Aktion zu starten. Und dann auch noch zur Musik aus meiner Jugend 😉 Seltsam außerdem, dass ich gerade nach Rezepten zum Einlegen von Weinblättern geschaut habe. Bei der Auflösung/Demolierung der (West-)Berliner …man unterscheidet also immer noch…Gartenkolonie Oeynhausen, hat mich meine Gartenfreundin einen ihrer Weinstöcke ausbuddeln lassen. Und er ist im Fließtal angewachsen und treibt aus! Ich dachte immer die Weinblätter beim Einlegen fermentiert. Ich werde es mal ausprobieren.
    Für mich ist ‚Summer-Wine‘ allerdings nie Griechenland gewesen, sondern die Weinlaube im Garten meines Vaters. Danke für ein paar sentimentale Erinnerungsmomente.
    LG Sigrun aus dem Fließtal

    • Antworten
      Hauptstadtgaertnerin
      24. Juli 2017 at 9:00

      Liebe Sigrun,
      Das mit der Kolonie Oeynhausen ist wirklich eine Schande – wie schön aber, dass der Weinstock nun bei Dir steht! Das mit dem Fermentieren geht bestimmt auch, also zumindest klingt es sehr logisch. Wie lange die Blätter in Salzlake maximal haltbar sind muss ich mal ausprobieren. Die fertig gefüllten Weinblätter sind ja zum gleich Essen gedacht, aber da wäre es auch interessant, ob man die nochmal einmachen kann. In den türkischen Läden liegen die ja meist in Öl eingelegt. Da bekomme ich gleich Lust nochmal was auszuprobieren, aber jetzt ruft erst mal der Alltag…
      Eine Schöne Woche Dir und LG, Caro

  • Antworten
    Christian Gerd
    27. August 2017 at 22:14

    Hallo Caro,
    ich hab es endlich geschafft, mal einen „Garten-Beitrag“ auf meinem Blog zu posten. Dabei habe ich mir erlaubt, deinen Blog und auch diesen Beitrag hier zu verlinken – ich hoffe, das ist ok für dich.
    @Franziska: Auf jeden Fall weiß ich ganz genau, wo man Weinblätter in Massen her bekommt 😉 …
    Liebe Grüße
    Christian

    • Antworten
      Hauptstadtgaertnerin
      28. August 2017 at 12:02

      Lieber Christian,
      was für einen schönen Garten Du hast – es hat mir wirklich Spaß gemacht, mich durch Deine Bilder zu scrollen!! Vielen lieben Dank auch für die Verlinkung. Ich freu‘ mich sehr! Zu den Weinblättern vielleicht noch eine Anmerkung: man nimmt dafür tatsächlich die Weinblätter vom „richtigen“ Wein, nicht vom Wilden Wein. Der Wein in Deinem Garten scheint mir aber von den Blättern her auch ein „normaler“ nur verwilderter Weinstock zu sein. Ich schreib Dir „drüben“ gleich nochmal dazu.
      Liebe Grüße,
      Caro

      • Antworten
        Christian Gerd
        9. September 2017 at 22:15

        Liebe Caro,
        ich hatte (leider) „drüben“ darauf geantwortet – nun, hier in Kürze die Essenz daraus: Ja, du hast recht, es ist von der Blattform wohl „echter“ Wein, auch wenn die Trauben eher Minimurmeln sind 🙂 – ich tät die Blätter ja gerne mal mitbringen, aber ein gemeinsames MeetUp oder Bloggertreff scheint aktuell nicht in Sicht, oder?
        Liebe Grüße
        Christian

        • Antworten
          Hauptstadtgaertnerin
          9. September 2017 at 22:57

          Hallo Christian,
          Ah, gut, dass Du nochmal schreibst. Deine Antwort hab ich garnicht gesehen. Ist echt schwierig mit den Blättern per Ferndiagnose! 😉 Den Blogtisch gibt es ja leider nicht mehr und ich war in letzter Zeit vor allem auf Gartenveranstaltungen. Aber ich hoffe, es ergibt sich bald eine Gelegenheit.
          Schönes Wochenende und liebe Grüße,
          Caro

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