0
Gartenblog Hauptstadtgarten
Staudenbeet neu anlegen
Garten

Das Staudenbeet wird neu gemischt

Werbung | Kooperation mit “Blumen – 1000 Gute Gründe”

Ein blühendes Beet pflanzen

Frühling und Herbst sind ideal, um Blumenbeete neu zu ordnen oder sogar ganz neu anzulegen. Man kann sie mit Sommerblumen gestalten, die man dann auch für die Vase schneiden kann, das ist jedoch relativ zeitintensiv, da man jedes Jahr neu starten muss. Mit blühenden Stauden geht es einfacher und vor allem langfristiger!

Staudenbeet neu anlegen

Was sind eigentlich Stauden 

Man unterscheidet bei den „Blumen“ im Garten zwischen Zwiebelblumen, ein-, zwei- und mehrjährigen Blumen und winterharten Stauden. Je nach Pflanzenart erfrieren Laub und Blüten von einigen Stauden bei (starkem) Frost ebenso wie viele andere Gartenpflanzen. Im Gegensatz zu Sommerblumen wie Cosmea oder Löwenmäulchen überdauern Ihre Wurzeln jedoch im Boden und treiben jedes Jahr im Frühling wieder neu aus. Weil man sich das im graubraunen März-Garten oft nicht vorstellen kann, ist der Frühling, wenn die Natur aus dem Winterschlaf erwacht, selbst für Menschen, die schon lange gärtnern immer wieder ein „grünes Wunder“. Stauden haben dabei den Vorteil, dass sie nur einmal gepflanzt werden müssen. Je nach Art und Sorte können wir uns so mit wenig Aufwand jedes Jahr freuen.

Beetplanung 

Die Planung eines Staudenbeetes gehört definitiv zu den anspruchsvolleren Aufgaben im Garten. Aber keine Bange – Ihr kriegt das hin! Es hilft sehr, sich vorab die Unterschiede und Bedürfnisse einzelner Kulturen klarzumachen. Wie groß wird die Pflanze? Wann und in welcher Farbe blüht sie? Ist sie mehrjährig oder ist sie nach einem Jahr wieder verschwunden? Welchen Boden benötigt sie? Mag sie lieber Sonne oder Schatten? Eine Beetplan, auf den man die möglichen Kombinationen einzeichnet, kann sinnvoll sein, um die Mengen abzuschätzen, wenn man Pflanzen online bestellen möchte – aber auch, um zu vermeiden, dass man vor Ort mehr kauft, als man eigentlich braucht.

Licht und Schatten

Ihr müsst es nicht immer perfekt treffen, aber sonnenhungrige Pflanzen werden im Schatten kaum blühen, während ausgewiesene Schattenstauden in der prallen Sonne verbrennen können. Den bevorzugten Standort sieht man den Pflanzen beim Kauf oft nicht an – einige sehr schön blühende Stauden wie Helleborus oder Tränendes Herz sind z.B. Schattenpflanzen. Viele von ihnen blühen im Frühjahr, wenn Gehölze noch nicht belaubt sind und dadurch auch Schattenbeete noch mehr Licht bekommen. Guckt also am besten auf‘s Etikett oder fragt im Zweifelsfall in der Gärtnerei oder im Blumenladen nach.

Mit Stauden gestalten – Gestaltungsprinzipien

Einige Stauden bezaubern nicht nur mit ihren Blüten, sondern auch mit teilweise wunderschönem Laub. Mit der Zeit bekommt man ein Auge für die unterschiedlichen Texturen, Formen, Grüntöne und teilweise beeindruckende Musterungen. Im Staudenbeet sind also ganz unterschiedliche Kombinationen möglich. Man kann sowohl ähnliche Pflanzen kombinieren als auch mit Kontrasten arbeiten. Wie wäre z.B. ein Beet mit niedrigem schwarzhalmigem Ziergras, über dem im Sommer rosa Schleierkraut schwebt, oder aber ein Beet mit einer safte Abstufung von rosa Blüten?

Wenn Ihr Pflanzen gruppiert, ist es meist sinnvoll, höhere Stauden weiter hinten zu platzieren, damit flachere Exemplare nicht verdeckt werden. So erreicht Ihr zusätzlich eine Tiefenwirkung des Beetes. Alternativ kann man einzelne Pflanzen in regelmäßigem Rhythmus auf der Fläche durchmischen. Das sieht besonders schön aus, wenn sich höhere und niedrigere Pflanzen abwechseln. Traut Euch auch gerne an ungewöhnlichere Pflanzen, wie z.B. rosa blühende Erdbeeren oder aber Leberblümchen, die schon im frühen Frühling etwas Farbe in den Garten zaubern.

Blüten für jede Jahreszeit

Wenn Ihr Arten mit verschiedenen Blühzeitpunkten kombiniert, gibt es idealerweise von Februar bis November immer etwas zu gucken. Macht Euch damit aber am Anfang nicht zu viel Stress – Ihr könnt jederzeit ergänzen, umpflanzen und neu ordnen – ich habe bei mir im Garten jedenfalls schon mehrfach Ideen entwickelt und wieder verworfen oder nach einer Weile umgepflanzt. 

Inspiration fürs Staudenbeet

Es lohnt sich Schaugärten toller Gärtner oder besondere Parks zu besuchen, sich von Zeitschriften inspirieren zu lassen, oder Gartenschauen zu besuchen, da in Gärtnereien oder Onlineshops oft leider nur die einzelnen Pflanzen gezeigt werden, die richtige Kombination aber den eigentlichen Reiz ausmachen kann. Notiert Euch wenn möglich nicht nur die Pflanzenart sondern auch die genaue Sorte, da sich diese im Aussehen oft enorm unterscheiden. 

Ich sammle dazu Pflanzenlieblinge als Notizen in meinem Handy und lege Fotos von Kombinationen die mir gefallen in einem digitalen Fotoalbum ab. Wann immer ich im Garten etwas neu pflanzen oder umgestalten möchte, helfen mir diese Notizen bei der Planung.

Zu den Pflanzen notiere ich mir – wenn möglich:

  • Art und Sorte
  • Standortansprüche (Boden und Sonne)
  • Blütenfarbe
  • Blütezeit
  • die ungefähre Größe 
  • Blattformen und Farbe
  • Immergün oder kahl im Winter
  • Aussehen der Samenstände

Staudenbeet im Frühling bepflanzen

Wenn man im Frühling pflanzen möchte, ist das für Anfänger wirklich nicht ganz einfach, da Jungpflanzen in ihren kleinen Töpfen ohne Laub ggf. etwas mickrig wirken. Da es oft auch einigeJahre dauert, bis neu gepflanzte Stauden zusammengewachsen sind, wirken auch Staudenbeete als Gesamtheit in den ersten Jahren ggf. etwas kahl, was einem schon etwas den Spaß verderben kann. Ihr könnt daher entweder von Anfang an dichter pflanzen und später ausdünnen oder aber in den ersten Jahren die Lücken mit schnell wachsenden einjährigen Sommerblumen auffüllen

Stauden in einer Holzkiste

Schnelles Grün im Beet

Wenn Euer neues Beet wirklich schnell schön aussehen soll, pflanzt einfach einen Teil vorgetriebene Pflanzen im belaubten oder idealerweise blühenden Zustand. So werden übrigens viele Beete bei Gartenschauen oder für Zeitschriftenfotos zusammengestellt. Leider gibt es in Baumärkten manchmal nur eher langweilige Sorten. Versucht es mal bei einem gut sortierten Gartencenter, einer Gärtnerei vor Ort oder im Blumenladen Eures Vertrauens. Ich finde dort immer wieder tolle Pflanzen! So richtig entdeckt habe ich diese Option letztes Jahr, als ich von Landgard und Ihrer Initiative “Blumen – 1000 Gute Gründe” eingeladen war, in Straelen-Herongen die einzige Deutsche Blumenauktion zu besuchen, über die auch viele in Deutschland produzierte Pflanzen und Stauden vermarktet werden. Ein spannender Einblick hinter die Kulissen der grünen Branche, an den ich gerne zurück denke und von dem ich sehr viel Hintergrundwissen mitgenommen habe!

vorgezogene Blumen

Neues Beet im Hauptstadtgarten

Ich habe dieses Jahr ein neues Beet angelegt und mich entschieden, die Fläche übers Jahr Stück für Stück aufzufüllen. Dazu habe ich einen Grundstock an Stauden online bestellt und einige sehr schöne vorkultivierte Pflanzen besorgt. Diese haben wie gesagt den Vorteil, dass man grob abschätzen kann, wie groß sie werden und gleich etwas Farbe im Beet zu sehen ist. Auf einige jetzt noch leeren Stellen, die ich für spätere Kulturen freigehalten habe, habe ich große Tontöpfe gestellt, in die ich im letzten Herbst Tulpenzwiebeln gesetzt habe. Ihr könnt aber auch jetzt noch Töpfe mit vorgetriebenen Tulpen oder Narzissen (die es momentan überall gibt) befüllen.

leeres Beet neu gestalten
Staudenbeet neu anlegen

Extra-Tipp | der Zwiebeltrick
Zwiebelblumen in Töpfe zu pflanzen, hat gleich mehrere Vorteile: Ihr könnt die abgeblühten Pflanzen später aus dem Beet nehmen und in einer unscheinbaren Ecke „parken“, bis das Laub welk ist. So sammeln die Zwiebeln Kraft fürs nächste Jahr und im Beet können andere attraktive Pflanzen die Show übernehmen. Weiter sind Blumenzwiebeln im Topf besser geschützt vor Wühlmäusen. Auch verblühte Osterdeko wie Narzissen oder Tulpen im Topf könnt Ihr übrigens im Garten einpflanzen und Euch nächstes Jahr erneut an ihren Blüten freuen.

So geht das Einpflanzen leichter

Bei der Pflanzung solltet Ihr erst alle Pflanzen verteilen, dabei mit den schönsten, wichtigsten, größten Exemplaren beginnen und dann alle anderen platzieren. Beginnt mit dem Eingraben erst, wenn alles an der richtigen Stelle steht – so könnt Ihr die einzelnen Stauden leicht umarrangieren, bis alles passt. Profis platzieren die Pflanzen oft in einer platzsparenden Dreiecksform ins Beet, so gehen auch die Farben und Strukturen weich ineinander über. Ich persönlich kaufe gerne eine ungerade Zahl an Pflanzen, da ich das Gefühl habe, mit Ihnen bessere Übergänge zwischen den einzelnen Arten hinzukriegen.


Tipps für weniger Frust bei der Beetplanung

  • Schaltet Euren inneren Perfektionisten aus.
  • Achtet nicht nur auf die Pflanzenart sondern auch auf die Sorte (das kennt Ihr vielleicht von Dahlien und Rosen, es gilt aber auch bei Stauden).
  • Pflanzt bei Lust und Laune noch mehr nach oder auch um.
  • Macht mindestens einmal pro Saison ein Übersichtsfoto Eures Beetes. Man vergisst über den Winter gerne, was wo wächst und so erspart man sich, bereits bestehende Kombinationen im nächsten Frühling zu „überpflanzen“.

Tipps, um Staudenbeete zu pflegen

  • Vermeidet offene Flächen, da sich Wildkräuter dort leicht ansiedeln und vermehren können. Pflanzt am besten einige pflegeleichte Bodendecker wie Storchschnabel oder mulcht die Fläche mit Häckselgut.
  • Plant Euren Garten standort- und bodengerecht. Pflanzen, die einen geeigneten Boden, die richtige Menge Sonnenlicht und passende Klimaverhältnisse vorfinden, wachsen deutlich besser und brauchen weniger Pflege.
  • Bedeckt offene Beetflächen mit einer Mulchschicht z.B. aus hübschem Holzhäcksel. So trocknet der Boden langsamer aus und bietet unerwünschten Wildkräutern nicht so viel Lebensraum.
  • Bestreut die Beetfläche vor dem Mulchen ggf. dünn mit Hornspänen. Diese zersetzen sich mit der Zeit und sorgen für eine natürliche Düngung
  • Legt am besten gleich bei der Pflanzung einen Tropfschlauch als (automatische) Bewässerung zwischen die Pflanzen. Er wird mit der Zeit unter den Blättern oder der Mulchschicht verschwinden und nicht mehr auffallen.

Staudenbeet im Hauptstadtgarten 2021

Höhere Pflanzen
  • 3 x Purpurblütige Königskerze (Verbascum phoeniceum)
  • 3 x Bartlose Wiesen-Schwertlilie (Iris sibirica)
  • 3 x Frühlings-Platterbse (Lathyrus vernus)
Mittelhohe Pflanzen
  • 2 x Strand-Grasnelke (Armeria maritima)
  • 6 x Schachbrettblume (Fritillaria meleagris) – im Herbst auch als Zwiebeln erhältlich
  • 3 x Schaumblüte (tiarella cordifolia)  
  • 5 x Küchenschelle (Pulsatilla)
  • 3 x Bach-Nelkenwurz (Geum rivale)
  • 2 x Beetrose ‘Sweet Pretty’ | schon länger im Beet
Niedrigere Pflanzen
  • 3 x Hornveilchen (Viola cornuta)
  • 3 x Brauner Storchschnabel (Geranium phaeum)
  • 6 x Krokus ‘Ard Schenk’ (crocus crysanthus ‘Ard Schenk’) – im Herbst auch als Zwiebeln erhältlich
  • 6 x Strahlen Windröschen (anemone blanda)

Geplante Nachpflanzung Ende März

Höhere Pflanzen
  • 2 x Orientalischer Mohn ‘Princ. Victoria Louise’ (Papaver orientale ‘Princ. Victoria Louise’)
  • 3 x Eisenkraut (Verbena bonariensis)
  • 3 x Jakobsleiter (Polemonium caeruleum)

Follow-Up im Herbst

Im Herbst werde ich das Beet noch mit einigen spät blühenden Pflanzen ergänzen und Euch ein paar Bilder zeigen, wie sich das Beet über den Sommer entwickelt hat. Ich bin selbst total gespannt und freue mich drauf, Euch auch bei Instagram immer mal “mit in den Garten” zu nehmen.

Weitere Lieblingspflanzen (nicht im Beet)

  • Große Sterndolde (Astrantia major)
  • Pfingstrosen
  • Schwarze Schwertlilie
  • Geum (Nelkenwurz) Mai Tai 
  • Geum rivale (Bach-Nelkenwurz) 
  • Astern
  • Chrysanthemen

Fun Fact – die Briten nennen Staudennrabatten liebenvoll „Mixed Border“

Wie viele andere Themen auch, treiben die Engländer als große Gärtnernation das Staudenbeet immer wieder zu neuer Perfektion, aber auch einige Deutsche Landschaftsplaner:innen, wie die großartige Petra Pelz beherrschen die Kunst der ‘Mixed Border’, deren Pflanzen sich in Höhe und Textur staffeln, ergänzen und unseren Blick wandern lassen. Ich freue mich dieses Jahr sehr auf die BUGA in Erfurt und darauf den Gräsergarten von Petra Pelz dort im Sommer in voller Pracht zu sehen.

Verratet uns Eure Lieblingspflanzen

Habt Ihr denn absolute Stauden-Lieblinge, die in keinem Garten fehlen sollten? Dann hinterlasst doch gerne einen Kommentar. Die anderen Leser dieses Artikels freuen sich bestimmt über eine bunte Mischung an Ideen! Ich zeige Euch Ende März noch ein Foto, wie alles aussieht, sobald auch die zusätzlichen Pflanzen eingetroffen sind und dann natürlich auch ein paar Bilder vom blühenden Sommerbeet!


Dieser Artikel ist entstanden in Kooperation mit „Blumen – 1000 gute Gründe“, die sich dafür einsetzen, Menschen für Blumen und Pflanzen zu begeistern. Ich finde das großartig, denn ich sehe mich mit Hauptstadtgarten ja als eine Art “grüne Cheerleaderin”, die Euch anfeuern möchte, sich begeistert ins Beet zu stürzen, die Nägel dreckig zu machen, im Garten auch mal fünf gerade sein zu lassen und gelegentlich einen Blumenstrauß zu pflücken.
Für Euch selbst oder um jemandem eine Freude zu machen…

Ich freue mich sehr über die schöne Zusammenarbeit, die es mir ermöglicht, Euch bei Eurem hoffentlich bunten und blühenden Abenteuer ein Stück zu begleiten!

Teile diesen Beitrag...
close

Kostenlose Gartenpost abonnieren

You Might Also Like...

1 Kommentar

  • Antworten
    Barbara Gerlach
    27. März 2021 at 11:19

    Liebe Caro,
    ich bin gespannt, wie sich dein Beet weiter entwickelt. Schmale Beete sind viel schwieriger zu gestalten als breite Staudenbeete.
    Du hast nach Lieblingsstauden gefragt….
    Da ich den Herbstgarten so sehr liebe, gehören für mich immer Gräser und Astern mit ins Beet. Bei den Gräsern ist das besonders das Panicum – Hirse und bei den Astern nehme ich gerne kleinblütige Astern, wie Aster cordifolia oder Aster horizontalis.
    Liebe Grüße Barbara
    Das ergibt zusammen wunderschöne Herbstbilder.

Hinterlasse eine Kommentar