2015 entstand bei uns der Wunsch nach einem Schrebergarten, da wir uns einerseits einen Ort in der Natur wünschten, für uns aber klar war, dass wir viele Aspekte des urbanen Lebens so genießen, dass wir in der Stadt wohnen bleiben möchten. So machten wir uns also auf die Suche, hörten uns um und stellten schnell fest, dass man in Berlin nicht einfach einen Schrebergarten kaufen kann, sondern diese über die Bezirksverbände vergeben werden.

Was Du als Leser wahrscheinlich schon weißt, aber dennoch nochmal der Vollständigkeit halber: als Besitzer eines Schrebergartens ist man Eigentümer der Laube und des „Aufwuchses“ (Bäume, Stauden, Sträucher, etc.) nicht jedoch des Grund und Bodens. Diesen pachtet an von einem Gartenverein. Bei der Übernahme zahlt man dem Vorbesitzer eine (manchmal nicht unerhebliche) Ablösesumme für das Gebäude (wenn vorhanden) und die Pflanzen und tritt als Pächter in den Kleingartenverein ein. Die maximale Ablösesumme wir dabei von einem Gutachter festgeschrieben.

Hier also meine subjektive Anleitung wie man einen Kleingarten in Berlin findet

1. Das Gebiet eingrenzen

In unserem eigenen Bezirk gibt es sehr wenige Kleingartenanlagen, also schauten wir, in welchem Radius überhaupt Schrebergärten vorhanden waren und prüften dann, welche davon wir gut mit dem Fahrrad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen konnten. Für uns kamen mehrere Bereiche in Frage und wir haben uns diese auf einer Karte markiert.

2. Bei den passenden Bezirksverbänden auf die Warteliste setzen lassen

Das sollte man gleich zu Beginn der Suche machen, da die Gärten eigentlich über Wartezeit auf der Warteliste vergeben werden. Dazu am besten in der Sprechstunde des jeweiligen Bezirksverbandes vorsprechen und dort die entsprechenden Formulare ausfüllen. Vorab sollte man sich grob überlegen, wieviel Ablösesumme man zahlen könnte, das das mit angegeben werden muss. Eine Übersicht über alle Bezirksverbände findet Ihr hier. Achtung: die Bezirksverbände entsprechen von den Grenzen nicht 1 zu 1 den Bezirksgrenzen der Berliner Verwaltungsbezirke! Wenn Ihr Kinder habt, dann gebt das unbedingt mit an, da viele Bezirksverbände gerne mehr Familien in ihre Kolonien bringen möchten und man damit einen Bonus hat.

Jetzt könnt Ihr Euch entweder zurücklehnen und abwarten, bis Ihr in 2-6 Jahren einen Brief vom Verband mit einem Kleingartenangebot bekommt, oder selbst aktiv werden.

3. Spazieren gehen

Geht am besten am Wochenende durch die Kleingartenanlagen, die für Euch in Frage kommen und seht Euch um. Oft hängen Pächter, die einen Garten abgeben möchten einen Zettel ans Tor oder Ihr kommt mit Gartenbesitzern ins Gespräch und könnt fragen, ob irgendwo ein Garten frei wird. Der große Vorteil diese Methode: Ihr bekommt schon einen ersten Eindruck von der Anlage und den potenziellen Mit-Mitgliedern. Mit den anderen Gartenbesitzern Eurer Kolonie habt Ihr später auch zu tun. Schaut sie Euch im Vorfeld genau an…

Achte auch auf die Aushänge in den Schaukästen. Dort könnt Ihr z.B. erfahren, wann der Vorstand Sprechstunde hat und manchmal hängen dort auch konkrete Angebote aus.

4. Einen Schrebergarten im Internet finden

Wir haben unseren Garten über ebay-Kleinanzeigen gefunden, aber es gibt z.B. auch Gruppen bei Facebook, in denen Gärten angeboten werden. Da die Gartenvergabe über die Bezirksverbände erst anläuft, wenn das Schätzprotokoll der Gutachters fertig ist und viele Gutachter ehrenamtlich arbeiten, brauchen die Gartenvereine manchmal recht lange, bis sie dem alten Pächter neue Interessenten vorschlagen können. Daher suchen viele abgebende Gartenbesitzer auf eigene Faust nach einem Nachpächter. Das könnt Ihr Euch zunutze machen.

5. Vorstand und Bezirksverband überzeugen

Wenn Ihr einen Garten gefunden habt und Euch mit dem Vorpächter einig seid, dann habt Ihr mit freundlicher Penetranz eine gute Chance, den Garten auch zu bekommen. – Aber NUR, wenn Ihr beim entsprechenden Bezirksverband schon auf der Warteliste steht. Über den Vorpächter könnt Ihr Kontakt zum Vorstand Eurer Anlage aufnehmen und Euch vorstellen. Ich wäre auf jeden Fall ehrlich was gärtnerische Vorkenntnisse und Ideen mit wem und wie Ihr den Garten nutzen möchtet betrifft. Besser, die Leute wissen gleich, dass man z.B: kleine Kinder hat (die auch mal lachen…) als dass es später für alle kompliziert wird. Wenn der Vorstand einverstanden ist, könnt Ihr als nächstes beim Bezirksverband vorsprechen und den bürokratischen Teil erledigen.

Ja und dann steht Eurem Gartenglück eigentlich nichts mehr im Wege…

Eine Checkliste, was man bei der Suche nach dem Traumgarten alles beachten sollte, findet Ihr hier. Jetzt seid Ihr ja wahrscheinlich erst mal beschäftigt, Euch auf die Wartelisten setzen zu lassen…

PS: Ich freue mich natürlich auch von „Bereits-Schrebergarten-Besitzern“ über Kommentare, wie Ihr Euren Garten gefunden habt!

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