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Peaches | Gartenblogger Blind Date N°4

,Was kommt dabei heraus, wenn sich 14 GartenbloggerInnen zu einem festlegten Song Gedanken machen und die entstandenen Beiträge zeitgleich ins Internet stellen?

Unter dem Motto „Peaches“ hat jede/r von uns einen Beitrag zu dem gleichnamigen Song von den The Presidents of the United States of America verfasst. Wir wissen nicht was die Anderen geschrieben haben, es gab keine inhaltliche Abstimmung, und wir sind sehr gespannt auf das Ergebnis!



If I had my little way,

I’d eat peaches every day

Millions of peaches, peaches for me
Millions of peaches, peaches for free

So oder so ähnlich habe ich mir in meiner Naivität unsere Ernte vorgestellt, als uns der Vorpächter unserer Parzelle von seinem Pfirsichbaum vorgeschwärmt hat. Leider waren zu diesem Zeitpunkt schon alle Früchte geerntet, wir freuten uns daher auf den kommenden Sommer. Bei mir geht bei sowas gleich das Kopfkino los: Sommerluft, Hängematte, klebrige Pfirsichfinger – ein Traum!

Unser Pfirsichbaum steht gleich neben dem Gartentor und fällt vor allem durch Kahlheit im unteren Bereich auf. In unserem ersten eigenen Gartenfrühling bekamen alle Blätter kurz nach dem Austrieb eine runzlige Form – die Symptome der Kräuselkrankheit. Ich machte mich schlau, behandelte den Baum einige Male und hoffte auf einen gesunden Neuaustrieb weiterer Blätter im Juni.

Es gab zwar reichlich Blüten, aber geschwächt durch die Krankheit bildete der Baum im Laufe der nächsten Wochen nur zwei kleine Fruchtansätze. Einer war irgendwann spurlos verschwunden, während der andere zu einer verheißungsvollen Kugel a<nschwoll. Meine Pfirsich-Phantasien gingen nun wieder mit mir durch.

Im Sommer fragten wir uns bei jedem Gartenbesuch: sollen wir heute den Pfirsich ernten oder wollen wir lieber noch etwas warten? Einerseits der Wunsch, das gute Stück bis zur maximalen Leckerheit ausreifen zu lassen, andererseits die Angst vor hungrigen Vögeln.

Dann kam das Unwetter. Hagel gab es in meiner Pfirsich-Risiko-Analyse bis dahin gar nicht. Als wir am nächsten Tag in den Garten kamen, hatte unser einst schöner runder Pfirsich ein dickes Loch, aber immerhin hing er noch am Baum.

Der Tag des Pfirsichs war also gekommen. Heute wünschte ich, wir hätten ihn nicht probiert. Lag es am Warten, an der Vorfreude, an der Tatsache, dass es nur einer war und jeder nur ein kleines Stück bekam? Jedenfalls war unser Pfirsich der Wahnsinn. So lecker, saftig und süß wie „millions of peaches“ zusammen.

Leider starb im kommenden Winter auch noch eine Seite des wirklich schon sehr schiefen Baumes ab. Er sieht nun noch unmöglicher aus. Letztes Jahr stand ich vorsorglich schon im Februar auf der Leiter, um die Kräuselkrankheit in Schach zu halten. Der Baum dankte es uns (zumindest auf der überlebenden Seite) mit vielen grünen Blättern und reichlich Blüten.

Gartenblog Blind Date Peaches

Also ging wieder das Pfirsich-Kopfkino los! Dieses Jahr würden wir bestimmt richtig viele Pfirsiche ernten. Ende April kam der Spätfrost und nix war’s mit Pfirsichen.

Zero peaches, no peaches for me
Zero peaches, no peaches for me.

Dieses Wochenende werde ich nochmal all meinen Optimismus zusammen nehmen und erneut die Blattknospen gegen die Kräuselkrankheit behandeln. Wenn es dieses Jahr dann wieder  nicht klappt mit der Ernte, steige ich auf Dosenpfirsiche um und singe zukünftig nur noch:

Peaches come from a can,
They were put there by a man
In a factory downtown…

Jetzt bin ich total gespannt, was die Anderen geschrieben haben! Vielleicht hat ja jemand den großartigen Pfirsich-Tipp, mit dem es dieses Jahr doch noch ein Happy End gibt!

Ich geh gleich mal lesen! Schaut doch auch mal vorbei…


Hier die Links zu den anderen Blogs in (fast) alphabetischer Reihenfolge

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Beetkultur
Rienmakäfer
Buddenbohm & Söhne
Cardamonchai
Der kleine Horrorgarten
Faun und Farn
Garteneuphorie
Garteninspektor
Grüne Liebe
Karo-Tina Aldente
Milli Bloom
Mrs. Greenhouse

Viel Spaß beim Lesen!

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18 Kommentare

  • Antworten
    Anne
    10. März 2018 at 10:30

    Danke für Deinen Beitrag! Auf eine reiche Pfirsichernte in diesem Jahr! Vielleicht bringt unsere Beitragsserie ja Glück!
    Gruß aus HH Altona! 🙂

    • Antworten
      Hauptstadtgaertnerin
      11. März 2018 at 8:36

      Liebe Anne,
      das Blind Date als Glücksbringer wäre großartig! Hab einen schönen Sonntag!
      Liebe Grüße,
      Caro

  • Antworten
    Evi- Mrs Greenhouse
    10. März 2018 at 11:05

    Oh liebe Caro,
    das Dilemma kenne ich noch aus dem Kleingarten meiner Eltern. Jedes Jahr auf’s Neue ein Bangen um die Ernte. Zu viel Regen, zu heiss, die Vögel, der Sturm oder einfach ein wehleidiger Baum. Aber irgendwie kamen immer ein paar Pfirsiche dabei rüber. Wenn es auch nur zwei waren ;0)
    Liebe Grüsse aus Hamburg
    Evi

    • Antworten
      Hauptstadtgaertnerin
      11. März 2018 at 8:39

      Liebe Evi,
      Du sagst es. Gefühlt ist jedes Jahr was anderes. Wahrscheinlich schmecken diese Früchte dan sooo besonders, weil man so um sie gebangt hat. Deinen Kuchen backe ich sehr gerne nach. Für das Foto hab ich 3 Dosen Pfirsiche gekauft und weiß jetzt, was ich mit ihnen mache. 😊
      Viele liebe Grüße,
      Caro

  • Antworten
    Swetlana
    10. März 2018 at 13:14

    Liebe Caro, nun habe ich einen riesen Hieb auf Pfirsiche 🙂 Die sind auch wirklich herrlich! Ich drücke Dir die Daumen, dass deine Ernte in diesem Jahr üppiger ausfällt.
    Sonnige Grüße zu Dir!

    • Antworten
      Hauptstadtgaertnerin
      11. März 2018 at 8:41

      Liebe Swetlana,
      Vielen Dank für Deine lieben Worte! Durch Dein Foto von den Mirabellenzweigen habe ich richtig Lust auf einen Gartentag bekommen!
      Liebste Grüße,
      Caro

  • Antworten
    Camilla
    10. März 2018 at 18:20

    Ohhh liebe Caro! Dieses Jahr sieht ja etwas verheißungsvoller aus. Schön knackig Frost gehabt Februar und März, da können die Bäume nicht so schnell austreiben und ein erneuter Spätfrost kann dann nicht so viel anstelln. Fieser Hagel! Schönes Kopfkino <3 lg

    • Antworten
      Hauptstadtgaertnerin
      11. März 2018 at 8:43

      Liebe Camilla!
      Ich bin gespannt – auf der Gartenmesse hat mein Apfelsammler auch einen Vortrag über Pfirsichbäume gehalten. Meinem ist es hier wahrscheinlich einfach zu kalt und er ist auch bestimmt schon 15 Jahre alt. Aber jetzt Schluss mit Pessimismus. Vielleicht wird 2018 wirklich DAS Pfirsichjahr im Hause Hauptstadtgarten…
      Liebste Grüße,
      Caro

  • Antworten
    Anja
    10. März 2018 at 21:36

    Liebe Caro, ich fühle mit dir. Bei uns wars auch Essig mit der Ernte. Aber neues Spiel, neues Glück. Das ist ja das Schöne am Gärtnern. Millions of Peches for you and for me 🙂

    Was hast du denn gespritzt? Hat ja scheinbar gewirkt.

    LG Anja

    • Antworten
      Hauptstadtgaertnerin
      11. März 2018 at 8:52

      Liebe Anja,
      Danke für das Mitgefühl – die abgefressenen Wurzel Deines Baumes klingen auch echt gemein!
      Mein Apfelsammler empfiehlt gegen die Kräuselkrankheit Soja Lecithin, da es anscheinend den PH Wert verschiebt und das dem Pilz nicht gefällt. Das muss man aber echt häufig spritzen. Ich möchte es dieses Jahr mal probieren. Letztes Jahr hatte ich wenig Zeit und habe ein Mittel von Compo benutzt, sowas mag ich aber nicht als Dauergast im Garten haben…
      Was nimmst du denn?
      Liebe Grüße, Caro

  • Antworten
    Margit
    11. März 2018 at 7:24

    Ich habe eine Aprikosenbaum im Garten. Eigentlich bin ich ja der Meinung, er gehört nicht in unser Klima! Auch er kämpft mit der Kräuselkrankheit… die ich aber nicht behandle. Der Baum ist mittlerweile einfach auch zu hoch. Er setzt trotzdem immer massig Früchte an, die aber nicht jedes Jahr ausreifen. Aber wenn, dann gibt es köstlichste Marmelade!!
    Viele Grüße von Margit

  • Antworten
    Claudia
    11. März 2018 at 8:23

    Liebe Caro,
    Jetzt möchte ich sofort einen Pfirsich! Er soll mir möglichst ohne Dose direkt in eine Hängematte serviert werden 😋Ich drücke Dir wirklich ganz fest die Daumen für Euren Pfirsichbaum! Bestimmt wird es dieses Jahr etwas, mit der Ernte!
    Ganz liebe Grüße aus Bielefeld,
    Claudia

    • Antworten
      Hauptstadtgaertnerin
      11. März 2018 at 8:57

      Liebe Claudia,
      Vielen lieben Dank! Euer Optimismus ist ansteckend! <3
      Ganz liebe Grüße,
      Caro

  • Antworten
    Sandra
    11. März 2018 at 11:16

    Deine Geschichte zeigt so anschaulich, dass die Natur einfach nicht berechenbar ist. trotz bester Pflege und mit-den-Pflanzen-sprechen sieht es doch jedes Jahr anders aus im Garten. Ich drücke dir jedenfalls alle Daumen die ich habe, damit es in diesem Jahr millions of peaches bei dir gibt!
    Liebe Grüße, Sandra

  • Antworten
    Gabi
    12. März 2018 at 10:09

    Liebe Carolin! Wieder sehr schön Deine Geschichte! Ich drücke Dir die Daumen für Deine Pfirsichernte! Wenn das jemand schafft dann Du! Auf das Du nun mit echten Pfirsichen und nicht nur mit Pfirsich-Fantasien belohnt wirst! Eine schöne Frühlingszeit! Ich habe gerade die Termine gelesen….toll…Ich bin so weit weg! Ich würde so gerne zu diesen Saatgutbörsen und zum Berliner Staudenmarkt gehen….

  • Antworten
    Björn (Gartenbaukunst)
    12. März 2018 at 11:30

    Hallo Caro,
    die Vorbereitung dieses Blind-Dates hatte den Gedanken in meinen Kopf gespült auch einmal einen Pfirsichbaum im Garten zu haben. Aber ich glaube davon nehm ich lieber wieder Abstand … wenn ich deine Zeilen so lese. Zudem ist das Wetter in Hamburg ja eh immer eher bescheiden 🙁
    Vielleicht schwenke ich dann lieber auf einen Birnenbaum um …
    Liebe Grüße
    Björn

  • Antworten
    Karo-Tina Aldente
    12. März 2018 at 12:18

    Hallo Caro,
    wir schneiden in der Blütezeit noch die „falschen“ Fruchttriebe aus. Das sind jene Triebe, die mehr Fruchtknospen als Blattknospen haben. Wenn Fungizid gegen die Kräuselkrankheit gespritzt werden soll, ist das nur zum Zeitpunkt des sogenannten Mausohrstadiums der Blattknospen möglich (zusätzlich natürliche eine Folgespritzung im jeweils Vorgeschriebenen Zeitabstand). Wenn die Blätter erstmal die Symptome der Kräuselkrankheit zeigen, ist eine Spritzung sinnlos. Leider brauchen die Mittel meist Temperaturen um 10°C und wenn die Knospen wie Mäuseohren aussehen ist es oft viel kälter.
    Es gibt eben immer Unwägbarkeiten. Bleibt die Kräuselkrankheit über viele Jahre unbehandelt, fällt ihr auch der stärkste Baum zum Opfer.
    Dem häufig anzutreffenden Verkahlen der unteren Partien und des Krohneninneren, kann ebenfalls mit Schnittmaßnahmen begegnet werden. Allerdings ist auch hier Geduld gefragt, denn einen Pfirsichbaum auf einen Neutrieb verjüngen, kann schon mal fünf bis acht Jahre dauern.
    Wie bei allen Obstsorten gilt hier: Je schmackhafter die Früchte, desto eher lohnt sich der Aufwand.
    Geduldige Grüße aus dem Garten 🙂 😀

  • Antworten
    Garteninspektor
    13. März 2018 at 12:34

    Liebe Caro,
    deine Geschichte rund um den Pfirsich des Jahres ist köstlich und erinnert ein wenig an Tante Jolesch von Friedrich Thorberg. Die schlaue Tante Jolesch brachte immer etwas zu wenig auf den Tisch, was zur Folge hatte, dass es allen überwältigend geschmeckt hat. Mag sein, dass dein Pfirsichbaum es ebenso angelgt hat:)
    Liebe Grüße
    Dani

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